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Frau (22) wollte Seitensprung als Vergewaltigung tarnen

16.03.2022 • 20:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Angeklagte wurde in Abwesenheit veurteilt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Angeklagte wurde in Abwesenheit veurteilt. Hartinger

Geldstrafe für Angeklagte, die laut Urteil vortäuschte, Opfer eines Sexualverbrechens geworden zu sein

Die 22-Jährige gab vor der Polizei an, sie sei im August 2021 von einem unbekannten Mann vergewaltigt worden. Damit hat sie nach Ansicht von Richter Andreas Böhler als Zeugin gelogen und vorgetäuscht, Opfer einer Straftat geworden zu sein. Dafür wurde die unbescholtene Angeklagte in ihrer Abwesenheit am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 2100 Euro (420 Tagessätze zu je 5 Euro) verurteilt. Das Urteil, mit dem Staatsanwalt Heinz Rusch einverstanden war, ist nicht rechtskräftig.

Umgerechnet sieben Monate Haft

Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet sieben Monaten Haft. Der Schuldspruch erfolgte wegen falscher Beweisaussage und Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung. Weil es sich dabei um Delikte gegen die Rechtspflege handle, sei trotz der Unbescholtenheit der Angeklagten keine teilbedingte Strafnachsicht möglich, sagte Richter Böhler in seiner Urteilsbegründung. Denn die Justiz sei auf wahrheitsgemäß aussagende Zeugen angewiesen.

One-Night-Stand

Die junge Frau hat nach den gerichtlichen Feststellungen die Unwahrheit gesagt, um vor ihrem Freund ihren Seitensprung zu verschleiern. Sie hatte bei einem One-Night-Stand mit einem 28-Jährigen Sex, wie der junge Mann als Zeuge vor Gericht angab. Sein Sperma wurde bei ihrer gynäkologischen Untersuchung im Krankenhaus in ihrer Scheide gefunden, ergab ein gerichtsmedizinisches Gutachten.

Als vermisst gemeldet

Der Freund der Angeklagten hatte sie bei der Polizei als abgängig gemeldet. Sie hatte die Nacht nicht daheim verbracht. Vor der Polizei schilderte die 22-Jährige zwei Versionen ihrer angeblichen Vergewaltigung. Zuerst sagte die Zeugin, sie sei beim nächtlichen Nachhauseweg in eine Wohnung verschleppt und dort zum Sex gezwungen worden. Später gab sie zu Protokoll, sie sei von dem Unbekannten im Freien vergewaltigt worden.

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