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Frühling im
Schulgarten

21.03.2022 • 13:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">klaus hartinger</span>
klaus hartinger

In der Pandemie sind Schulgärten ein Segen für Kinder und Betreuer, sagt Anja Burtscher-Marte vom OGV.

Der Frühling blitzt durch in den Schulgärten des Montessorizentrums Oberland in Ludesch. Hier gehen Anja Burtscher-Martes Kinder in die Schule, hier betreut sie die Schulgärten. Burtscher-Marte ist Projektkoordinatorin von „Garta tuat guat“, der Vorarlberger Kinder- und Schulgarteninitiative. „Da hinten haben wir eine Wildhecke aus heimischen Wildsträuchern wie Berberitze, schwarzem Holunder und Kornelkirsche gepflanzt. Vergangenes Jahr haben die Schüler aus Steinen, Erde und Kräutern einen mediterranen Kräuterhügel geschaffen. Nebenan haben sie mit Unterstützung ein Hügelbeet gebaut. Weiter hinten wachsen Himbeeren“, erklärt die Biologin.
Ihre sechsjährigen Zwillinge Serafina und Ruben haben Grabgabeln in den Händen, mit denen sie eifrig die Erde auflockern. Burtscher-Marte erzählt, dass jetzt eine gute Zeit dafür ist. „Ihr könnt in den Schulgarten gehen, sobald die Erde nicht mehr an euren Schuhen klebt. Am besten lockert ihr die Beete mit einer Grabgabel. Dabei die Erde nicht umdrehen, sondern vorsichtig einstechen, um die Bodenlebewesen nicht zu schädigen. Jetzt ist zudem die richtige Zeit zum Planen: Was wollt ihr in diesem Jahr in die Beete pflanzen?“

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Dem Boden Gutes tun

Dabei sei wichtig, die Fruchtfolge zu beachten, damit die Böden sich erholen können und die Pflanzen gut wachsen. „Wenn ihr Kompost habt, den ihr in den Boden einarbeiten könnt, umso besser.“ Schulgarten-Saison ist vom Frühjahr bis zum Juli und dann wieder ab September. Jetzt können bereits essbare Blüten angesät werden, außerdem Bienenweiden, Asiasalate, ebenso können die Kisten der Aktion „Mi Kischta Gärtle“, die an warmen Hauswänden stehen, bepflanzt werden.
Burtscher-Marte unterstützt nicht nur alle Schulgärtner, sondern auch die Aktion „Mi Kischta Gärtle“ des OGV. 5000 Kisten wurden von Lehrern, Kindergärtnerinnen und Vereinen bereits angefordert. Sie lassen sich mit den Kindern einfach zusammenbauen und bepflanzen. Mit Kräutern, Salaten, Gemüse, essbaren Blüten. „Wir möchten, dass jedes Kind in Vorarlberg Kontakt mit Gärten bekommt. Das prägt fürs Leben. Wir haben diesen Winter eine ,Wintamine-Kiste‘ entworfen, mit Wintersalaten, Kresse, Schnittlauch und Postelein, also winterharten Pflanzen“, erklärt die Koordinatorin. Auch alle gebrauchten Kisten können im neuen Jahr neue Blüten treiben.

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Beratung und Material

„Wir von ‚Garta tuat guat‘ beraten, schicken Material und informieren Interessierte auf unserer Webseite“, sagt Burtscher-Marte. „Viele Kindergärten und etwa ein Drittel der Volksschulen in Vorarlberg machen mit. Im Rahmen des Erasmus+ Projekts ,Schoolgarden goes Europe‘ beginnen wir, gemeinsam mit der PH Feldkirch eine Studie, um genauere Daten zu den Vorarlberger Schulgärten zu erheben. Im Herbst wissen wir dann mehr.“ In der Zwischenzeit haben sie mit dem Konzept der „Kischta Gärtle“ den Grand Prix der Biodiversität des Naturschutzbunds gewonnen, werden vom Land bezuschusst, von der VKW und als Hauptsponsor der „Kischta Gärtle“ von der Hypobank. „Mit dem Geld wollen wir etwas Sinnvolles für die Kinder machen“, sagt Anja Burtscher-Marte. Die Pandemie mit hohen Krankenständen und fehlenden Schülern hat auch in den Schulgärten ihren Tribut gezollt. Auf der anderen Seite waren oft Draußensein und Alternativen zum regulären Unterricht gefragt und die Schulgärten ein wahrer Segen. In Workshops hat Burtscher-Marte in dieser Zeit vielen Kindern gezeigt, wie sie ansäen, die Beete vorbereiten oder mulchen können.

Miriam Jaeneke

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