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Gattin gestalkt und jahrelang bedroht

21.03.2022 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte habe seiner Ehefrau zwölf Jahre lang immer wieder gedroht, sie umzubringen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Angeklagte habe seiner Ehefrau zwölf Jahre lang immer wieder gedroht, sie umzubringen. Hartinger

7980 Euro Geldstrafe für 78-Jährigen, der auch einen Sohn bedrohte.

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der angeklagte Unterländer seiner Gattin zwölf Jahre lang, zwischen 2009 und 2021, immer wieder damit gedroht, sie umzubringen. Damit hat er, so der Schuldspruch, das Vergehen der fortgesetzten Gewaltausübung begangen.

Vor allem deswegen wurde der unbescholtene 78-Jährige mit der Netto-Pension von 1850 Euro am Montag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch zu einer dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 7980 Euro (420 Tagessätze zu je 19 Euro) verurteilt. Das Urteil, mit dem der Angeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch einverstanden waren, ist nicht rechtskräftig. Denn ohne Verteidiger vor Gericht erscheinende Angeklagte erhalten automatisch drei Tage Bedenkzeit. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet sieben Monaten Haft.

Gab Stalking und Drohung zu

Der Schuldspruch erfolgte auch wegen gefährlicher Drohung, beharrlicher Verfolgung und versuchter Nötigung. Der verheiratete Ex-Unternehmer gab zu, dass er seine mittlerweile getrennt von ihm lebende Ehefrau mit vielen Telefonanrufen und SMS gestalkt und damit in ihrer Lebensführung unzumutbar beeinträchtigt hat. Zudem räumte er ein, einem seiner Söhne am vergangenen Samstag per SMS angedroht zu haben, er werde ihn für den Fall einer belastenden gerichtlichen Zeugenaussage beim Finanzamt anzeigen und damit seine Geschäftsschließung erzwingen.

Zeugenaussagen glaubwürdig

Der Angeklagte bestritt die ihm zur Last gelegte fortgesetzte Gewaltausübung mit jahrelangen Morddrohungen gegen seine Frau. Richter Dietmar Nußbaumer hielt aber die belastenden Zeugenaussagen seiner Familienmitglieder für glaubwürdig. Der Strafrichter hätte dem Angeklagten eine teilbedingte Geldstrafe gewährt, um ihm mit einer Weisung als Bewährungsauflage eine Alkoholtherapie ermöglichen zu können. Aber der Angeklagte sagte, er habe den Alkohol im Griff.

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