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Kräutervielfalt
aus dem Ländle

21.03.2022 • 12:31 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Klaus Hartinger

Viele Kräuter ziehen Alexander Angeloff und sein Team in Rankweil in streng überwachter Eigenproduktion.

Seit rund 20 Jahren produziert der Gärtner Alexander Angeloff Kräuter. Richtig groß eingestiegen in die Produktion ist er allerdings erst vor einigen Jahren. Da hat er nämlich einen weiteren produzierenden Betrieb gebaut und damit mehr Platz gewonnen. Seitdem zieht die Gärtnerei Angeloff in Rankweil jedes Jahr insgesamt rund 200.000 Kräuter. 450 verschiedene Sorten sind es. Mal fallen welche weg, mal kommen wiederum neue hinzu. Die meisten Kräuter gehen an Privathaushalte.

Der Verkaufsschlager ist dabei Basilikum: Das werde gerne ans Küchenfenster gestellt und für Suppen, Soßen oder auch Eintöpfe verwendet. Die Nummer zwei ist die Petersilie, der Alleskönner. An dritter Stelle kommt der Schnittlauch, der gerne in den Salat geschnitten wird, um ihm eine frisch-scharfe, würzige Note zu verleihen. Angeloff verkauft aber auch Kräuter, die seltener nachgefragt werden, wie zum Beispiel Kurkuma. Pflanzen wie Dill, Rosmarin oder auch Thymian wachsen in Rankweil im Gewächshaus. Teilweise kauft der Gärtner die Pflanzen zu. Diese stammen dann vom Kaiserstuhl, „also auch nicht von weit her“, wie er sagt. Warum Angeloff sich als eine Spezialität auf Kräuter verlegt hat? „Es gibt einen Markt dafür, und einer muss es machen“, sagt er verschmitzt.

Ländle-Gütesiegel

Die Gewürzgewächse aus seiner eigenen Produktion hat er sich mit dem Ländle-Gütesiegel auszeichnen lassen. Das bedeutet für Angeloff zum einen strenge Maßstäbe bei der Aufzucht und Pflege und zum anderen einen beträchtlichen Dokumentationsaufwand. „Jedes Jahr werden wir von externen Prüfern kontrolliert. Dabei wird zum Beispiel geschaut, ob Einkaufs- und Verkaufsmengen übereinstimmen, wir also nicht für die Ländlesiegel-Produktion wenig Material einkaufen, aber plötzlich viele Ländle-Pflanzen verkaufen. Wir unsererseits überprüfen nicht, ob die Kunden die Zertifizierung wirklich schätzen und bewerben diese Maßnahme auch nicht stark. Aber wenn man regional produziert, sollte das Produkt auch stimmen, das ist mir wichtig. Der Vorgang sollte transparent sein.“ Dafür nimmt der 40-Jährige in Kauf, dass seine Pflanzen einen ähnlichen Pflanzenschutzstandard haben wie biologisch Gezüchtete. „Wir dürfen die biologischen Pflanzenschutzmittel verwenden, die auch beim biologischen Anbau zum Einsatz kommen. Das bedeutet zwar, dass unsere Kunden die Pflanzen bedenkenlos beim Kochen verwenden können. Es bedeutet aber gleichzeitig, dass wir gegen manche Schädlinge schlicht machtlos sind. Vor ein paar Jahren waren Teile unserer Basilikum-Produktion vom Falschen Mehltau befallen. Wenn man die Kräuter konventionell angepflanzt hätte, hätte man Möglichkeiten zur Bekämpfung gehabt. So mussten wir allerdings 25.000 Pflanzen schlicht entsorgen.“ Das bedeutet umsonst eingesetzte Arbeit, Energie und Geld. „Wenn ich mich entscheide, den strengen Standards zu folgen, muss ich eben auch mit den Konsequenzen leben“, sagt Angeloff.

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klaus hartinger

Perfekte Pflanzen

So, wie es ist, sagt der Gärtner, ist es die größte Herausforderung, die Pflanzen immer gleich groß, gleich dicht, gleich gewachsen zu präsentieren. „Das Aussäen oder das Großziehen von Stecklingen ist nicht schwierig. Die große Kunst ist es, die Bedingungen so ans Wachstum und an die Bedürfnisse der Pflanzen anzupassen, dass sie am Ende optimal herauskommen. Zu große Pflanzen zum Beispiel lassen sich schlecht verkaufen.“
Daher wachsen die Kräuter auch im Gewächshaus. Hier können die Gärtner die Temperatur nach unten regeln, den Pflanzen mehr Licht oder mehr Wasser und Dünger geben. Hier haben sie viel mehr Einflussmöglichkeiten und Kontrolle als etwa im Freibeet. Trotzdem, das Risiko eines Schädlingsbefalls besteht auch hier. Der persönliche Liebling von Angeloff ist übrigens die Petersilie. „Das ist mein Steckenpferd. Angefangen habe ich mit Kulturen, die waren mir persönlich einfach zu klein. Mein Maßstab war: Aus einer Pflanze will ich mindestens ein Mal Tiroler Knödel machen können.
Ich habe dann ein paar Jahre herumexperimentiert, bevor ich mit der Petersilie, mit der ich zufrieden war, in die Produktion gestartet bin.“ Seitdem gibt es auch bei Angeloffs Petersilie aus dem „Ländle“-Topf. Qualität, die man sieht und am Ende auch schmeckt.

Miriam Jaeneke

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