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Mit den Händen
Lebendiges schaffen

21.03.2022 • 11:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">klaus hartinger</span>
klaus hartinger

Laura Obergasser ist in ihrem letzten Lehrjahr als Gärtnerin. Ihr Lehrbetrieb ist die Stadtgärtnerei Feldkirch.

Warum sind seit einigen Jahren mehr junge Frauen in der Gärtnerausbildung als junge Männer?“, fragt Bernhard Lenz seinen 20-jährigen Lehrling Laura Obergasser. „Weil die Frauen einfach besser sind“, gibt sie schlagfertig zurück. Die körperliche Arbeit ist von ihr als Frau indes gut zu schaffen. In ihrer Ausbildungsstätte, der Stadtgärtnerei Feldkirch, steht sie häufig im Verkaufsraum und berät Kunden beim Kauf von Erde, Pflanzen, Dekoware oder biologischen Pflanzenschutzmitteln. Das Wichtigste dabei sei, nicht schüchtern zu sein, sondern auf die Menschen zuzugehen und auch einmal einzugestehen, wenn man etwas nicht weiß, erklärt die angehende Gärtnerin. Sie hat die Landwirtschaftsschule in Hohenems besucht und hätte daher ihre Lehre in zwei statt drei Jahren absolvieren können. Doch sie wollte ihren Beruf von der Pike auf lernen.

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Sehen, wie alles wächst

Sie liebt es, draußen zu sein an der frischen Luft, umgeben von Pflanzen, und zu sehen, wie etwas wächst, das sie gesät hat. Ihre Lieblingspflanze ist das Vergissmeinnicht: die leuchtend blaue Farbe, das Zarte – eigentlich weiß sie nicht genau warum.
Vielleicht möchte sie noch eine Lehre draufsetzen, Floristin zum Beispiel. Dann würde sie auch mehr verdienen. Möglicherweise bleibt sie aber erst noch eine Weile im Ausbildungsbetrieb. Zu zehnt sind sie, auch das Menschliche passt. Obergasser zeigt die Gewächshäuser mit den gelben und lilafarbenen Stiefmütterchen – auch die Grabbepflanzung geht wieder los. Sie führt ihr Arbeitsgerät vor: Sägen, Heckenscheren, Baumscheren, alles akkubetrieben und leicht. Hier in der Stadtgärtnerei wird alles selbst gemacht, auch gepflastert. Der Ausbildner Bernhard Lenz erzählt, dass er nach Möglichkeit viel Zeit für seine Lehrlinge nimmt. Er hat Obergassner Wissen über das Stecklinge Schneiden, das Topfen, die technischen Aspekte, Pflanzenkenntnis und Pflanzenschutz weitergegeben.

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Immer zum Anpacken bereit

In der Gärtnerei werden darüber hinaus 400 bis 500 Pflanzen von Privatpersonen überwintert – Palmen, Zitrusfrüchte. Sie werden, wenn nötig, gegen Schädlinge behandelt und kommen in einem Top-Zustand zurück zu ihren Besitzern.
Außerdem schneiden die Mitarbeiter Bäume und pflegen Feldkirchs öffentliche Beete. Obergasser erzählt: „Ich packe gern an, ich bin eine praktische Person. Ich möchte sehen, was ich gemacht habe, mit den Händen schaffen. Das Gärtnern ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf, vom Rasenmähen und Heckenschneiden über den Umgang mit der Motorsäge und das Topfen, Ziehen und Verkaufen von Pflanzen.“ Ende des Jahres wartet ihre Lehrabschlussprüfung. Laura Obergasser ist es wichtig, einen guten Abschluss zu machen. Was dann kommt, lässt sie noch auf sich zukommen.

Miriam Jaeneke

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