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Versuchter Übergriff auf frühere Freundin

22.03.2022 • 17:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Symbolbild<span class="copyright">APA/dpa/Peter Steffen</span>
SymbolbildAPA/dpa/Peter Steffen

500 Euro Geldbuße: Prozess um versuchte Verletzung sexueller Selbstbestimmung endete mit Diversion.

Der von Elisabeth Niederstetter von der Kanzlei Schelling verteidigte Angeklagte übernahm vor Gericht die volle Verantwortung für seinen versuchten Übergriff auf seine 15-jährige Ex-Freundin. Deshalb gewährte Richterin Sabrina Tagwercher dem unbescholtenen 20-Jährigen am Dienstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch eine Diversion. Der Lehrling bezahlte die Geldbuße von 500 Euro noch während der dafür kurz unterbrochenen Verhandlung sofort beim Gericht ein. Daraufhin stellte die Richterin das Strafverfahren mit der Zustimmung des Angeklagten und des Staatsanwalts rechtskräftig ein. Damit gilt der Österreicher türkischer Abstammung weiterhin als unbescholten.

Die Anklage

Im Strafantrag wurde dem Angeklagten vorgeworfen, er habe im April 2021 in seiner Wohnung versucht, die Jugendliche gegen deren erklärten Willen unter ihrer Unterhose im Intimbereich zu berühren. Die Staatsanwaltschaft legte ihm dazu das Vergehen der versuchten Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung zur Last.

Damit wird seit einigen Jahren mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft, wer mit einer Person gegen deren Willen oder unter Ausnützung einer Zwangslage oder nach einer Einschüchterung den Beischlaf oder eine dem Beischlaf gleichzusetzende Handlung vornimmt. Mit dem Tatbestand werden Sexualdelikte ohne unmittelbare Gewalteinwirkung geahndet, die weder als Vergewaltigung noch als geschlechtliche Nötigung sanktioniert werden können.

Weil der Angeklagte Verantwortung für sein Fehlverhalten übernehme, unbescholten und junger Erwachsener sei, könne mit der von der Verteidigerin beantragten Diversion das Auslangen gefunden werden, sagte die Strafrichterin. Der angeklagte Lehrling durfte sich aussuchen, ob er lieber kostenlos gemeinnützige Arbeitsstunden leistet oder dem Gericht eine Geldbuße bezahlt. Der 20-Jährige entschied sich für die Geldzahlung.

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