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Irrtümlicher Raddiebstahl

23.03.2022 • 18:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Symbolbild <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Symbolbild Klaus Hartinger

Gericht glaubte Angeklagtem, der angab, er habe fremdes Rad mit jenem seines Sohnes verwechselt.

Der Angeklagte behauptete, er habe irrtümlich geglaubt, das versperrte Trekkingbike neben dem Feuerwehrhaus gehöre seinem 14-jährigen Sohn. Nur deshalb habe er im November 2021 im Bezirk Feldkirch das Rad im Kofferraum seines Autos verstauen wollen.

Das Fahrrad stand aber im Eigentum eines Feuerwehrmanns, der den Angeklagten auf frischer Tat ertappte. Der geständige Angeklagte verletzte den Feuerwehrmann mit einem Faustschlag ins Gesicht und einem Tritt gegen das Schienbein leicht und drohte ihm damit, ihn umzubringen.

Schuldspruch

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Richard Gschwenter ging im Zweifel von den Angaben des von Felix Graf verteidigten Angeklagten aus. Daher wurde der unbescholtene 50-Jährige am Mittwoch im Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch nur wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung schuldig gesprochen. Dafür wurde der Frühpensionist zu einer Geldstrafe von 640 Euro (160 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 320 Euro. Das Urteil ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Haft oder eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen gewesen.

Angeklagt war das Verbrechen des räuberischen Diebstahls, mit einer Strafdrohung von sechs Monaten bis fünf Jahren Gefängnis. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte das Fahrrad gestohlen und die Beute unter Anwendung von Gewalt zu behalten versucht.

Die Umstände würden aber für die Version des Angeklagten sprechen, sagte Richter Gschwenter in seiner Urteilsbegründung. Der psychisch angeschlagene Mann sei wegen des Konsums von Alkohol und Medikamenten vermindert zurechnungsfähig gewesen. Er habe zum Feuerwehrmann gesagt, dass das Rad seinem Sohn gehöre. Allerdings hat das blaue Fahrrad des Feuerwehrmanns einen Gepäckträger und das schwarze Rad des Sohnes des Angeklagten  keinen Gepäckträger.

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