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Missbrauch im Sport

23.03.2022 • 18:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Trainer vergriff sich an elfjähriger Sportlerin. Angeklagter bekämpfte Urteil vergeblich.

Rund ein Dutzend Übergriffe auf seine anfangs elfjährige und zuletzt zwölfjährige Sportlerin hat der angeklagte Kampfsporttrainer nach Ansicht der Richter zwischen Jänner und Oktober 2020 begangen. Demnach hat der Unterländer dem Mädchen an die Brust und an den Hintern gegriffen, auch unter der Kleidung, bei der Begrüßung, der Verabschiedung und sogar während des Trainings.

Haftstrafe

Dafür wurde der unbescholtene 60-Jährige zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil sechs Monate Haft. Das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) bestätigte am Mittwoch das im Juni 2021 vom Landesgericht Feldkirch bestätigte Strafmaß. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Der Strafberufung des Angeklagten wurde keine Folge gegeben. Das Urteil ist nun rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hatte auf Rechtsmittel verzichtet.

Schuldig gesprochen wurde der Sporttrainer wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses. Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Der Schuldspruch wurde schon im Dezember 2021 rechtskräftig. Denn damals wies der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurück.

Freigesprochen wurde der Angeklagte vom Vorwurf, er habe auch die ebenfalls von ihm trainierte Schwester des Mädchens missbraucht. Für einen Schuldspruch waren den Richtern die Angaben des unmündigen Mädchens zu widersprüchlich. Angeklagt waren dazu zwei Übergriffe, einer auf die Brust und einer auf den Hintern.

Die Richter hielten die belastenden Angaben des anderen Mädchens für glaubwürdig. Der Angeklagte bekannte sich dazu teilweise schuldig. Er sagte, er habe ihr einmal an die Brust und einmal an den Hintern gegriffen. Am anderen Mädchen habe er sich jedoch nicht vergriffen. 

Verteidigung

Der Verteidiger sagte, sein Mandant habe sich in einer Liebesbeziehung mit dem elfjährigen Mädchen befunden. Im Internetchat hätten sich der verheiratete Familienvater und die Unmündige wechselseitig ihre Liebe gestanden. Der Angeklagte wisse, dass er sich falsch verhalten habe, obwohl die Übergriffe im Einvernehmen mit dem Mädchen passiert seien. Er habe 4000 Euro an Schmerzensgeld bezahlt. Der 60-Jährige sei derart betroffen, dass er fachärztliche Behandlung in Anspruch nehme. Er sei inzwischen arbeitsunfähig.