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„Sie sind zu weit gegangen, Herr Keckeis“

23.03.2022 • 19:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Scharfe Kritik von Christoph Jenny an Aussagen von Rainer Keckeis.

Am Mittwoch war AK-Direktor Rainer Keckeis in der Sendung „Vorarlberg live“ zu Gast. Es ging dabei um Preissteigerungen, das Energiekosten-Entlastungspaket und Gehaltsunterschiede in Vorarlberg. Der Feldkircher ÖVP-Stadtrat äußerte sich aber auch zu den Unternemen und den Corona-Wirtschaftshilfen. Das rief am Mittwoch Christoph Jenny, den Direktor der Wirtschaftskammer Vorarlberg, auf den Plan. In einer Aussendung teilte er mit, dass Keckeis’ Aussagen für ihn „völlig inakzeptabel“ seien.

Angriffe statt Vorschläge

„Rainer Keckeis wirft den Unternehmen vor, in der Corona-Krise mit einer ,Unverschämtheit in die Staatskasse gegriffen zu haben‘. Diese Aussagen können wir nicht so hinnehmen. Statt konstruktiver Vorschläge hören wir von Keckeis immer nur Angriffe auf diejenigen, die das System aufrechterhalten, nämlich die Unternehmen“,

Christoph Jenny

Der AK-Direktor habe nach zwei Jahren Pandemie immer noch nicht verstanden, so Jenny, was die Krise gelehrt hätte: „Wirtschaft und Gesellschaft sind nicht trennbar. Der Höchststand an Arbeitslosigkeit war ein deutliches Zeichen, welche Auswirkungen wirtschaftliche Schwierigkeiten auf Land und Leute haben.“

Rainer Keckeis<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Rainer KeckeisKlaus Hartinger

Größter Mitgliederschwund

Der Direktor der Wirtschaftskammer führt weiter aus: „Ohne die Wirtschaftshilfen in der wohl größten Wirtschaftskrise der Zweiten Republik hätte wohl gerade seine Institution, die Arbeiterkammer, den größten Mitgliederschwund erleben müssen, denn Zigtausende Arbeitsplätze konnten dadurch gesichert werden. Gerade die milliardenschwere Kurzarbeit ist vor allem den Arbeitnehmern zugute gekommen.“
Es sei geradezu skandalös, wie Keckeis über die „vielen fleißigen und ehrbaren Unternehmer“ des Landes herziehe. Ihnen dabei noch vorzuwerfen, Steuerumgehungsmodelle bedient zu haben, sei einfach ungeheuerlich. „Bei vielen ging es in den vergangenen zwei Jahren um die Existenz, dies einfach mit ,Ich kann es nicht mehr hören‘, vom Tisch zu wischen, zeugt von einer realitätsfernen Gedankenwelt“, so Jenny.

Christoph Jenny<span class="copyright">WKV/Frederick Sams</span>
Christoph JennyWKV/Frederick Sams

An Zynismus nicht zu überbieten

„Pauschal den Unternehmern zudem auszurichten, sie sollen ihre ,privat angeschafften Wohnungen verkaufen‘, um über die Runden zu kommen, ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten. Von seinem Gehalt als AK-Direktor können viele Unternehmer wohl nur träumen“, sagt der WKV-Direktor.

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