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Bestätigt: 6,5 Jahre Haft für Missbrauch

24.03.2022 • 14:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Berufungsgericht bestätigte Strafmaß, Urteil nun rechtskräftig.

Weil er zwei unmündige Buben sexuell missbraucht hat, wurde der unbescholtene 44-Jährige zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist jetzt rechtskräftig. Denn das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) gab der Strafberufung des Angeklagten keine Folge. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Damit wurde das im Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch im November 2021 verhängte Strafmaß bestätigt. Der Schuldspruch wurde schon in erster Instanz rechtskräftig, weil dagegen keine Nichtigkeitsbeschwerde erhoben wurden.

Missbrauch an Brüdern

Die Sanktion für den Ersttäter fiel streng aus, weil der Strafrahmen nicht 1 bis 10 Jahre Gefängnis betrug, sondern 5 bis 15 Jahre. Denn der ältere der beiden missbrauchten Brüder hat nach Ansicht der Richter durch die sexuellen Übergriffe eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten (PTBS) hat. Die psychische Störung komme einer schweren Körperverletzung gleich, meinte der psychiatrische Sachverständige. Auf dessen Gutachten stützte sich das Landesgericht. Als Teilschmerzensgeld hat der verurteilte Selbstständige dem Buben 7000 Euro zu bezahlen und dessen jüngerem Bruder 1000 Euro.

Nach Ansicht der Richter hat der Mann aus dem Bezirk Bludenz den älteren der beiden Brüder zumindest zwei Mal schwer missbraucht. Der Angeklagte war ein Freund der Familie der Kinder und hat zuweilen im Haus der Familie übernachtet. Dabei hat er sich nach den gerichtlichen Feststellungen ins Bett der Buben gelegt. Der 44-Jährige räumte zwei Übergriffe auf das ältere Kind ein. Laut Urteil hat er den schlafenden Unmündigen einmal schwer missbraucht. Demnach ist es beim jüngeren Buben beim versuchten Missbrauch geblieben. Weil das Kind die Hand des Angeklagten rasch weggeschoben hat.

Schuldspruch

Der Schuldspruch erfolgte wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person und pornografischer Darstellung von Unmündigen. Bereits seit 1995 hat sich der 1977 geborene Mann verbotene Kinderpornografie besorgt.

Über den angeklagten schweren Missbrauch eines dritten unmündigen Buben wurde noch nicht entschieden. Beim mutmaßlichen Opfer handelt es sich um einen Neffen des Angeklagten. Das Gericht lässt ein psychiatrisches Gutachten zur Frage erstellen, ob auch dieser Bub durch zwischen 2016 und 2020 erfolgte Übergriffe schwer traumatisiert wurde.