Allgemein

Österreich rüstet auf

24.03.2022 • 13:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner<span class="copyright">JOHANNA GERON</span>
Verteidigungsministerin Klaudia TannerJOHANNA GERON

Mit neuen Mitteln soll in moderne Waffensysteme wie Luftabwehr und gepanzerte Fahrzeuge investiert werden.

Angesichts der Bedrohung durch den Krieg in der Ukraine soll das Österreichische Bundesheer deutlich mehr Geld bekommen. Es soll zum einen ein zehn Milliarden Euro schwerer “Neutralitätsfonds” für die nächsten Jahre eingerichtet werden, mit dem der Investitionsrückstau der letzten Jahrzehnte abgebaut wird, und zum anderen das Regelbudget bis 2027 auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angehoben werden, fordert Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP).

Tanner hat ihr Paket gemeinsam mit Generalstabschef Robert Brieger in einer Unterredung mit den Wehrsprechern aller Parteien am Donnerstag präsentiert – bei einem “Geheimtreffen in den Räumlichkeiten des Parlaments”. Dieses soll nun “mittels parteiübergreifendem Schulterschluss erreicht werden”, heißt es aus dem Bundeskanzleramt. Die meisten Parteien äußerten sich zuletzt sehr wohlwollend gegenüber einer signifikanten Budgeterhöhung. Auch eine Verankerung im Verfassungsrang soll zur Debatte stehen.

Noch nie da gewesenes Verteidigungsbudget

Mit diesem “Neutralitätspaket” würde – sofern es das Parlament passiert – ein bisher nie da gewesenes Verteidigungsbudget erreicht werden, das dem in den vergangenen Jahrzehnten stark reduzierten Bundesheer neuen Handlungsspielraum eröffnen würde. 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes wären um die sechs Milliarden Euro im Jahr. Derzeit liegt das Heeresbudget bei 0,6 Prozent des BIP beziehungsweise 2,7 Mrd. Euro. Zum Vergleich: Zum Höhepunkt des Kalten Krieges lag das Verteidigungsbudget bei knapp 1,2 Prozent des BIP. Selbst eine Verankerung im Verfassungsrang steht zur Debatte.

Laut Tanner solle das Heer dank neuem Budget neben “modernen Waffensystemen” auch Kompetenzen im Bereich Cyberabwehr und im Umgang mit Drohnensystemen erlangen. Für moderne Bedrohungsszenarien brauche es moderne und robuste Antworten, so Tanner.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.