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Zentren für Long-Covid-Patienten geplant

26.03.2022 • 19:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Symbolbild<span class="copyright"> <span class="copyright">APA/HELMUT FOHRINGER</span></span>
Symbolbild APA/HELMUT FOHRINGER

Bisher war Versorgung von Long-Covid-Patienten nicht ausreichend.

I m November 2021 hatte die Österreichische Ärztekammer bei einer Pressekonferenz die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) gewarnt, dass das aktuelle Versorgungsangebot für Long-Covid-Patienten bei Weitem nicht ausreiche. Die Ärzte forderten zudem die Behandlung auf Kassenkosten. Hieß es wenige Wochen nach der Presskonferenz, die ÖGK habe noch keine „brauchbare Antwort“ gegeben, zeigt sich mittlerweile ein anderes Bild.


Dr. Edgar Wutscher, Obmann der Bundessektion Ärzte für Allgemeinmedizin in der Ärztekammer und stark in die Verhandlungen mit der Krankenkasse eingebunden, berichtet: „Vergangene Woche hatten wir sehr gute Gespräche mit der ÖGK. Wir sind uns einig, dass wir schnell und unbürokratisch etwas bereitstellen möchten, um den Patienten Abklärung und Betreuung bieten zu können.“ Fix ist noch nichts, aber es gibt den Plan für ein Pilotprojekt. „Wir versuchen, es in Kürze umzusetzen. Eine konkrete Finanzierung für das Pilotprojekt ist angedacht“, sagt der Tiroler Arzt.

<span class="copyright">Wolfgang Lackner</span>
Wolfgang Lackner

“Wir müssen Long-Covid-Patienten heute helfen und nicht erst in zwei Jahren.“

Edgar Wutscher

Rasch und vor Ort

Geplant sind ein Zentrum im Westen und eines im Osten von Österreich, in denen Spezialisten und Fachärzte arbeiten. Der erste Ansprechpartner für Patienten mit Symptomen, die auf Long Covid hinweisen, sei jedoch der Allgemeinmediziner, in den meis­ten Fällen also der Hausarzt. Dieser könne den Betroffenen in das Zentrum überweisen, wo rasch eine fachärztliche Abklärung erfolgen werde. Sind die Ergebnisse da, übernehme der Allgemeinmediziner die weitere Behandlung. „Wichtig bei Long Covid ist, dass die Abklärung rasch geschieht und dass die Behandlung vor Ort passieren soll. Durch diese Zentren würden beide Kriterien erfüllt“, zählt Wutscher die Vorteile des Pilotprojektes auf. Es dürfe nicht mehr vorkommen, dass der Hausarzt einen Patienten zu Arzt eins schicke, dieser ihn zu Arzt zwei verweise und der Betroffene nach einem halben Jahr schließlich bei Arzt 25 lande, der lediglich die Symptome bestätige.
„Wir müssen wirkliche Long- Covid-Patienten herausfiltern und ihnen heute helfen und nicht erst in zwei Jahren“, verdeutlicht Allgemeinmediziner Wutscher abschließend die Wichtigkeit der raschen Abklärung.

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