Allgemein

Alkoholgrenze für Täter: 0,5 Promille

28.03.2022 • 18:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/APA/Georg Hochmuth</span>
Symbolbild/APA/Georg Hochmuth

Gesamte Geldstrafe muss bei Verstoß der Bewährung bezahlt werden.

Eine ungewöhnliche Weisung erteilte der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Dietmar Nußbaumer dem an Alkohol gewöhnten Angeklagten. Demnach darf der 22-Jährige während der Probezeit von drei Jahren nur noch mit höchstens 0,5 Promille alkoholisiert sein. Verstößt er gegen die Bewährungsauflage, muss er doch die gesamte Geldstrafe von 1440 Euro bezahlen und nicht nur 720.

Geldstrafe

Wegen versuchten Diebstahls, Nötigung und Körperverletzung wurde der Erst­angeklagte am Montag am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 1440 Euro (360 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 720 Euro. Die anderen 720 Euro wurden bedingt nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Ladendetektiv leicht verletzt

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der zur Tatzeit alkoholisierte 22-Jährige im November 2021 in einem Supermarkt in Feldkirch zusammen mit dem 21-jährigen Zweitangeklagten versucht, eine Wodkaflasche im Wert von 39,90 Euro zu stehlen. Sie schlugen und traten den Ladendetektiv, der sie anhielt, und verletzten ihn dabei leicht.

Zweitangeklagter

Über den mit zwei Vorstrafen belasteten Zweitangeklagten, der zudem bei einem anderen Vorfall einen Kontrahenten mit Faustschlägen im Gesicht leicht verletzt hatte, wurde (nicht rechtskräftig) eine bedingte, nicht zu verbüßende Haftstrafe von sieben Monaten und eine unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Geldstrafe von 480 Euro (60 Tagessätze à 4 Euro) verhängt. Der 21-Jährige hat sich einer Alkoholtherapie zu unterziehen.

Wodkaflasche entgegengestreckt

Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis gewesen. Vom angeklagten räuberischen Diebstahl, mit einer Strafdrohung von sechs Monaten bis fünf Jahren Haft, ging der Schöffensenat im Zweifel nicht aus: Weil der Erstangeklagte dem Detektiv während der tätlichen Auseinandersetzung die Wodkaflasche entgegengestreckt habe, sei nicht davon auszugehen, dass die Beschuldigten das Diebesgut behalten wollten.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.