Allgemein

Friseurbesuch der etwas anderen Art

29.03.2022 • 21:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die drei Friseure in Aktion im Saumarkt.   <span class="copyright">Saumarkt</span>
Die drei Friseure in Aktion im Saumarkt. Saumarkt

Die drei Friseure feierten mit „Working class heroes“ im Saumarkt in Feldkirch eine erfolgreiche Premiere.

Auftritt Die drei Friseure. Bevor es aber an die Arbeit geht, kommt noch die Stempelkarte in die Stechuhr – stehen doch mit „Working class heroes“ die Helden und Heldinnen der Arbeit im Titel des neuen und mittlerweile fünften Programms des Trios. Der kleine Mann, die kleine Frau sollen an diesem Abend im Mittelpunkt stehen. Die Premiere war vor Kurzem im Theater am Saumarkt in Feldkirch zu sehen. Musik, Kabarett und Trash sind die Zutaten, aus denen die drei Herren in den weißen Kitteln ihren Mix gestalten. Mal überwiegt das eine, mal das andere und manchmal gibt es das Ganze in einem.

Eine Art musikalische Antithese zum „Lied der Arbeit“ steht am Beginn dieser „Galanacht der Arbeit“, in der dieses menschliche Tun auf verschiedene Art und Weise mehr oder weniger thematisiert wird – vorneweg: zumeist ablehnend. Eine besondere Ehrung erfährt aber auch das Publikum, konkret eine Person daraus, wobei die Chancen gut stehen, wenn man eine Frau ist, einen zweisilbigen Vornamen hat und in der dritte Reihe sitzt – wobei die zweite auch geht, wie bei der Premiere zu hören war.

Oper im Friseursalon

Ein Flugreiselied über Billigfluglinien „wie auf einer Platte“ ist zu hören oder eines über ein bei den Interpreten anscheinend nicht so beliebtes Gericht beim Italiener. Sie erzählen von ihrer früheren Arbeit auf der Straße und erfüllen ihren „Bildungsauftrag“ mit einer Oper, deren Schauplatz ein Friseursalon ist. Nun ist zwar zumindest ein anderer vor ihnen auch schon auf die Idee gekommen, einen Friseur zum Helden einer Oper zu machen. Leidenschaft, Drama, Mord, Tragödie, alles, was das Genre halt so braucht, beinhaltet aber auch das wenige Minuten dauernde Werk der drei Friseure. Die damit wieder zu ihrem Ursprung zurückkehren, wenn man so will – gab doch angeblich ein Plakat der drei Tenöre den Ausschlag für den Namen des Musik-Trash-Kabarett-Trios.

Eine Art Abgesang auf die guten Freunde bildet den Auftakt nach der Pause. Die gigantische Arbeitsleistung von Elon Musk (hergeleitet aus seinem Einkommen) und die etwas anderen bzw. verschwundenen Rentner sind weitere Themen, die von den Friseuren musikalisch verarbeitet werden. Stilistisch können die Herren unter anderem mit Flamenco, Heurigengesang und Rap (die zwei Letzteren bei den Zugaben) aufwarten – dominierend sind aber schlagerähnliche Klänge. Es wird ein wenig getanzt, neben zahlreichen Instrumenten auch solche ausgepackt, auf denen die darauf Spielenden noch nicht ganz so geübt zu sein scheinen, und erzählt.

Das Publikum war vom Auftritt des Trios begeistert.  <span class="copyright">Saumarkt</span>
Das Publikum war vom Auftritt des Trios begeistert. Saumarkt

Mit „Working class heroes“ präsentieren die drei Friseure ihre gewohnte Mischung, wobei der Sprechanteil im Vergleich zu anderen Programmen geringer geworden zu sein scheint, sprich, es wird mehr gesungen und musiziert. Ironie, Klamauk, manchmal banal, manchmal seicht, manchmal hintergründig-böse, häufig witzig, kennzeichnet auch dieses Programm – und das Publikum im Saumarkt ging bei der Premiere von Anfang an begeistert mit, wobei nahezu jeder Schmäh wunderbar funktionierte. Langweilig ist „Working class heroes“ der drei Friseure auf jeden Fall nicht, sondern amüsante Unterhaltung, manchmal auch ganz nach dem Motto „Trash as trash can“.

Weitere Aufführungen im Saumarkt: 8. und 9. April, jeweils 19.30 Uhr. Weitere Termine unter www.dreifriseure.com

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.