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Eine Saison mit Hochs und mehreren Tiefs

30.03.2022 • 19:16 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Daniel Zangerl/Montafon Tourismus

Minus von fast 30 Prozent bei Übernachtungen. Das konnten auch die vier letzten guten Wochen nicht verhindern.

Sehr durchwachsen: So lautet das Resümee von Kers­tin Biedermann-Smith, Geschäftsführerin der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, für diese Wintersaison. In Zahlen ausgedrückt muss die Hotellerie ein Minus von 27,7 Prozent im Vergleich zu Vor-Pandemie-Zeiten hinnehmen. Die Hoteliers seien sehr bemüht gewesen, den Gästen ein unbeschwertes Urlaubserlebnis anzubieten, aber die Rahmenbedingungen seien nicht einfach gewesen – angefangen von der Reisewarnung Deutschlands, die erst kurz vor Weihnachten aufgehoben wurde, bis hin zu der Situation im Februar, dass Gäste zwar einreisen, aber nicht im Hotel einchecken durften. Viele Gäste seien wegen der ständig wechselnden Regelungen verunsichert gewesen.

Verunsicherung durch Krieg

Verunsicherung würden die Hoteliers nun aber auch wegen des Ukraine-Krieges spüren. „Die Ukraine ist doch recht nahe, und die Menschen wissen nicht, welche Auswirkungen der Krieg noch haben wird. Manche unserer deutschen, Schweizer und niederländischen Gäste machen nun keinen zweiten oder dritten Winter-Kurzurlaub. Sie warten ab und schielen eher Richtung Sommer.“ Gerade die Gäste aus diesen Ländern seien für Vorarl­berg aber sehr wichtig. Die vergangenen Wochen mit besten Bedingungen – Sonnenschein, genug Schnee, keine Coronamaßnahmen mehr – hätten zum Teil einen Aufwärtsschwung gebracht, vor allem was die Tages- und Wochenendtouristen anbelangte. Aber nach dem Fasching ist im Vorarlberger Tourismus generell nicht mehr so viel los.


„Wir blicken nun zuversichtlich auf den Sommer“, sagt Biedermann-Smith. Gleichzeitig hofft sie sehr auf einen „vernünftigen“ Herbst und Winter, hegt jedoch Befürchtungen, dass es wieder schwierig werden könnte: „Die Durchimpfungsrate ist nach wie vor eher gering, und es gibt keine klare Strategie, wie mit der Pandemie umgegangen wird.“ Das Schlimmste wäre, wenn sich die Regeln wieder alle paar Wochen ändern würden. „Wir und unsere Gäste brauchen Planungssicherheit“, so Biedermann-Smith.


Wenn Herlinde Moosbrugger, Geschäftsführerin von Bregenzerwald Tourismus, auf die vergangenen vier Wochen blickt, zieht sie den Schluss: „Sie haben dem Tourismus gutgetan.“ Konkrete Zahlen kann sie nicht nennen, denn diese gibt es erst Mitte April. Wenn Moosbrugger den gesamten Winter betrachtet, spricht sie von einer Saison mit Hochs und Tiefs. Man habe erwartet, dass es eine gute Wintersaison werde, dann kamen jedoch der Lockdown Ende November und unterschiedliche Einreiseregelungen. Die Kommunikation, welche Regeln für welche Nation wann galten, sei sehr schwierig gewesen. Mit der Zeit hätten die Menschen sich aber an bestimmte Dinge gewöhnt und konnten besser damit umgehen Dennoch: „Die Saison war herausfordernd, und ich bin der Meinung, dass sie von Gästen und Betrieben gut bewältigt wurde.“

Kerstin Biedermann-Smith.<span class="copyright">Daniel Mauche</span>
Kerstin Biedermann-Smith.Daniel Mauche

Man sei zufrieden

Sandra Burtscher, Vorstand von Kleinwalsertal Tourismus, berichtet aus ihrer Region: Das Vorvorjahresniveau, das ein sehr gutes war, konnte nicht erreicht werden, dennoch sei man mit dieser Wintersaison zufrieden, vor allem auch im Hinblick darauf, dass die Hürden und Unsicherheiten groß waren. Eine besondere Herausforderung für das Tal mit grenzüberschreitendem Skigebiet seien die oftmals unterschiedlichen Regelungen in Österreich und Deutschland gewesen. Schweizer Gäste waren heuer im Kleinwalsertal – wie auch im Rest des Landes – nicht so oft gesehen: „Ich denke, dass sie gerne im eigenen Land geblieben sind, in dem es fast keine Coronaauflagen gab“, sagt Burtscher.


Aus dem Montafon ist zu hören, dass für diese Wintersaison eine Auslastung von 70 bis 80 Prozent erwartet wurde. „Diese Zahlen werden wir erreichen“, sagt Manuel Bitschnau, Geschäftsführer von Montafon Tourismus. Allein im Februar sei die Auslastung der Übernachtungsbetriebe bei 80 Prozent gelegen, die der Bergbahnen jedoch deutlich darunter.


Da die Bedingungen nach wie vor gut seien, wird im Montafon mit Ostertourismus gerechnet: „Wir erwarten uns circa 75 Prozent einer Normalauslastung“, sagt Bitschnau. Im Kleinwalsertal ist die Buchungslage für Ostern mäßig, im Bregenzerald spielt Ostertourismus nur in den hoch gelegenen Orten eine Rolle.