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Ein Jahr Haft wegen Kinderpornografie

31.03.2022 • 18:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Weil er Fotos auf Facebook weiterverbreitet hatte, war der Angeklagte aufgeflogen. <span class="copyright">Symbolbild/APA/HELMUT FOHRINGER</span>
Weil er Fotos auf Facebook weiterverbreitet hatte, war der Angeklagte aufgeflogen. Symbolbild/APA/HELMUT FOHRINGER

48-jähriger Kroate leitete Kinderpornografie weiter und erhielt strenge Strafe.

Zwischen März 2020 und Juni 2021 hat der geständige Angeklagte eine unbekannte Anzahl an Videos und Bildern von Pornografie mit Kindern und Jugendlichen besessen und davon einen Teil im Internet weiterverschickt.

Dafür wurde der vorbestrafte 48-Jährige im September 2021 am Landesgericht Feldkirch von Richter Martin Mitteregger zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Mögliche Höchststrafe drei Jahre Haft

Das Urteil wurde nun rechtskräftig. Denn das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) gab der Berufung des Angeklagten keine Folge. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Der Schuldspruch erfolgte wegen der Vergehen der pornografischen Darstellung Minderjähriger. Dafür wäre die mögliche Höchststrafe drei Jahre Haft gewesen.

Am Oberlandesgericht Innsbruck wurde der Berufung des Angeklagten keine Folge gegeben. <span class="copyright">Shutterstock</span>
Am Oberlandesgericht Innsbruck wurde der Berufung des Angeklagten keine Folge gegeben. Shutterstock

Die Strafe fiel streng aus, weil eine von mehreren Vorstrafen des Angeklagten eine einschlägige ist. In Kroatien ist der Kroate wegen Vergewaltigung, sexueller Ausbeutung eines Minderjährigen und sexueller Nötigung zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Davon hat der 48-Jährige nach eigenen Angaben in Kroatien zwischen 2004 und 2011 sieben Jahre im Gefängnis verbüßt.

Milde gefordert

Wegen der massiven einschlägigen Vorstrafe führe kein Weg an einer unbedingten Haftstrafe vorbei, sagte Richter Mitteregger in seiner Urteilsbegründung. Eine teilbedingte Haftstrafe sei deshalb nicht mehr möglich. Verteidiger German Bertsch hatte um ein mildes Urteil mit einer kombinierten Strafe ersucht. Eine kombinierte Strafe setzt sich aus einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe und einer unbedingten, zu bezahlenden Geldstrafe zusammen. Derartige Strafenkombinationen oder Geldstrafen sind am Landesgericht übliche Sanktionen fürs Verschicken von Kinderpornografie, wenn die Täter mit keiner einschlägigen Vorstrafe belastet sind.

Auf Facebook weiterverbreitet

Aufgeflogen ist der wieder in Vorarlberg lebende Hilfsarbeiter, weil er im August 2020 drei pornografische Bilder von drei unmündigen Mädchen auf Facebook weiterverbreitet hat. Der Beschuldigte gab dann mehr zu, als ihm bei der Hausdurchsuchung nachzuweisen war. Inzwischen nimmt der im Unterland lebende ledige Mann therapeutische Hilfe in Anspruch.

Richter: Nachfrage bestimmt Angebot

Mit dem Konsum und der Weiterverbreitung von Pornografie mit Minderjährigen sei der Angeklagte mitverantwortlich dafür, dass Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht werden, sagte der Feldkircher Strafrichter. Denn die Nachfrage bestimme das Angebot.

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