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Polaschek kommt nur langsam in Rolle an

03.04.2022 • 18:36 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
PK BUNDESKANZLERAMT 'RASCHE UNTERSTUeTZUNG UND BERATUNG VON KRIEGSVERTRIEBENEN AUS DER UKRAINE': POLASCHEK
PK BUNDESKANZLERAMT ‘RASCHE UNTERSTUeTZUNG UND BERATUNG VON KRIEGSVERTRIEBENEN AUS DER UKRAINE’: POLASCHEK APA/GEORG HOCHMUTH

Martin Polaschek blieb als Bildungsminister bisher eher blass.

Seit 118 Tagen ist Martin Polaschek (ÖVP) Bildungsminister – und als Nachfolger Heinz Faßmanns kämpft der bisherige Rektor der Uni Graz vorerst einen eher zähen Kampf, in Wien wahrgenommen zu werden.
„Er ist noch nicht ganz angekommen“, sagt ein hoher Beamter seines Ministeriums über den 56-jährigen Rechtshistoriker, auch Lehrervertreter beklagten in den vergangenen Wochen, keinen Zugang zu Polaschek zu finden.

Die Themenlage ist schwierig: Anders als sein dezidiert vorsichtiger Vorgänger Faßmann setzte Polaschek an den Schulen auf Lockerungen der Covid-Maßnahmen, etwa bei der Maskenpflicht – was ihm von manchen Applaus, von anderen wie Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer aber auch Kritik einbrachte. Bei anderen Themen – etwa der Betreuung für ukrainische Kinder – hielt sich Polaschek in der Öffentlichkeit bisher zurück, einen Appell an die Gemeinden, Plätze zu schaffen, überließ er Innenminister Gerhard Karner.

Langsam dürfte sich Polascheks scheinbares Exil aber ändern: Am Freitag verkündete er, angesichts der Mehrbelastung durch Covid und Ukrainer-Integrationseien „nicht unbedingt erforderliche Aufgaben an den Schulen auszusetzen“ – besonders Dienstbesprechungen und Evaluations-Runden sollen entfallen. Was postwendend Applaus der Lehrergewerkschaft einbrachte, die eben das lang gefordert hatte.

Ebenfalls diese Woche präsentierte Polaschek vor Journalisten einen seiner Schwerpunkte, „ein Herzensanliegen“: Er will „eine Saat gegen Wissenschaftsfeindlichkeit“ säen.

Das bleibt vorerst noch recht unkonkret: In die laufende Reform der Lehrpläne sollen entsprechende Maßnahmen eingearbeitet werden, Uni-Lehrer sollen als „Wissenschaftsbotschafter“ an die Schulen. Dazu soll eine Ursachenstudie klären, warum die Österreicher EU-weit auf den letzten Plätzen liegen, was Wissenschaftsfeindlichkeit angeht.
Bildungspolitik ist eben: ein Marathon.

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