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Die Zeit der Aussaat: Gemüseanbau im April

05.04.2022 • 17:25 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Klaus Hartinger

Wer im Sommer ernten will, muss im Frühjahr pflanzen. Das Wetter darf man dabei nicht unterschätzen.

Gemeint ist damit direkt gesätes Gemüse im Beet. Je wärmer der Boden ist, desto kürzer ist die Keimzeit. Der Spruch könnte nun einem bequemen Gärtner als Anleitung zum Nichtstun dienen. Wir starten hingegen gleich und behelfen uns mit vorgezogenen Pflanzen, das Wetter dabei stets im Blick. Vorgezogen heißt, in passende Erde gesät, bei optimalen Temperaturen zügig zum Keimen gebracht und dann mit viel Luft und Licht abgehärtet. In der Nacht schließen wir die Gewächshäuser, um kühle Temperaturen auszugleichen. Bei Sonne wird gelüftet. So erhält man kompakte Setzlinge, ideal für die Weiterkultur im Hausgarten oder auf unseren Feldern.

Vorziehen

Allerlei Salate, eine große Palette Kohlgemüse, Lauch und Saatzwiebeln, usw. werden in Erdpresswürfel gesät. So verkürzen wir die Standzeit am Feld, was eine Ersparnis an Dünger und Wasser bedeutet. Ebenfalls vorgezogen, sprich angekeimt, werden Kartoffeln. Rund vier Wochen werden die Knollen bei Licht und etwa zwölf Grad angetrieben. Dieser Wärmeimpuls regt den Austrieb an. Es bilden sich kleine, satt­grüne Triebe. So vorbereitet, kommen die Kartoffeln dann in den rund zehn Grad warmen Boden, wo sie mit Erde 15 Zentimeter angehäufelt werden.

<span class="copyright">Harald Rammel</span>
Harald Rammel

Das Aussäen

Direkt ins Beet säen wir Karotten, Spinat, Radieschen, Pastinak und Wurzelpetersilie. Dazu wird das Beet von Unkraut befreit und oberflächlich gelockert. Die Samen kommen etwa ein bis zwei Zentimeter tief in die Erde und werden gut angedrückt. Bis zum Ankeimen halten wir die Flächen feucht. Unkrautsamen entwickeln sich rasch. Darum stören wir die Unkrautsämlige durch oberflächliches Hacken, am besten an warmen, trockenen Tagen. Das verschafft dem Saatgemüse einen Vorsprung. Wenn der Boden erwärmt ist, kann man im Hausgarten auch getrockneten Rasenschnitt dünn als Mulchschicht aufbringen. Das hält Unkräuter ab und hilft auch Wasser sparen.

Ein Dach überm Kopf

In keinem Gemüsegarten sollte ein Gewächshaus oder Folientunnel fehlen. Die lichtdurchlässige Eindeckung ermöglicht frühere Ernten und Nutzung im Winter. Es schützt vor Niederschlägen und hält auch die kühlen Nachttemperaturen fern. Wichtig ist, untertags kräftig zu lüften! Schon wenige Sonnenstrahlen erwärmen das Glashaus, und ­hast du nicht gesehen, steigt die Temperatur über 30 Grad. Diese klimatische Berg-und-Talfahrt stresst die Pflanzen, auch wärmeliebende. Im Zweifel lieber zu viel lüften als zu wenig. Mitte des Monats werden Tomaten, Auberginen, Paprika und Anfang Mai Gurken und Melonen in ungeheizte Gewächshäuser gepflanzt. Da der geschützte Platz meist knapp ist, neigt man dazu, zu eng zu setzen. Hier empfehle ich, das Fruchtgemüse auf normale Pflanzweite zu setzen, dazwischen aber raschwüchsige Kulturen wie Radieschen, Salate oder Mairüben zu pflanzen. Diese werden geerntet, bevor die Fruchtgemüsearten mehr Platz brauchen.

Wechseln

Die Gemüsekultur sollte stets auf einen anderen Platz kommen. Grund dafür sind Wurzelausscheidungen, Pilzkrankheiten, Schädlinge und der einseitige Entzug von Nährstoffen. Im Idealfall stehen Pflanzen derselben Familie erst nach vier Jahren wieder am selben Ort. Wir Gemüsegärtner legen darauf großen Wert, beugt diese Maßnahme doch einigem an Krankheiten und Schädlingen vor.

Schädlinge

Ab Mitte April blüht der Löwenzahn zum ersten Mal. Diese Blüte zeigt uns den Flug der Kohlfliege an. Die kleine Fliege legt ihre Eier an Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl, Radieschen und Mairüben. Nach wenigen Tagen entschlüpfen kleine Maden, die sich in die Kohlpflanzen bohren. Ein engmaschiges Netz hält die Fliegen von den Pflanzen fern. Das gilt etwas später auch für Möhrenfliegen.

Paul Metzler

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