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Neun Gemeinden ohne Lebensmittelgeschäft

05.04.2022 • 18:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Steurer

Zahl der Diskonter in Vorarlberg ist seit dem Jahr 1990 stark gestiegen.

Insgesamt neun der 96 Vorarl­berger Gemeinden sind derzeit dauerhaft ohne Lebensmittelgeschäft.

Das geht aus der aktuellen Analyse des Lebensmittel-Einzelhandels hervor. Diese wird seit 1970 alljährlich von der Fachgruppe des Vorarlberger Lebensmittelhandels durchgeführt. Die Zahl der Kommunen ohne Geschäft ist seit mehreren Jahren konstant. Betroffen sind vor allem Kleingemeinden, derzeit leben in den betroffenen Kommunen insgesamt rund 4000 Personen. „Gut 99 Prozent der Bevölkerung haben zu Beginn des Jahres 2022 mindestens ein Geschäft mit Komplettsortiment im Ort“, berichtete Fachgruppenobmann Alexander Kappaurer. Die Nahversorgung in Vorarlberg bleibe damit sehr gut.
Seit Beginn der Analysen im Jahr 1970 zeigt sich nach Angaben der Fachgruppen-Verantwortlichen ein klarer Trend. Die Zahl der Geschäfte hat deutlich abgenommen, während die Verkaufsfläche sich stark erhöht hat. 1970 gab es im Ländle noch 578 Lebensmittelläden. Diese boten ihre Waren auf einer Gesamtfläche von 43.000 Quadratmetern an. Zum Stichtag der aktuellen Analyse wurden 204 Lebenstmittelgeschäfte verzeichnet. Diese verfügten über eine Verkaufsfläche von insgesamt 113.772 Quadratmetern. Daneben gab es zudem noch 32 Diskonter mit insgesamt 20.189 Quadratmetern Verkaufsfläche. Deren Zahl ist seit 1990 deutlich gestiegen. Damals gab es im Ländle 19 Diskonter mit einer Gesamtverkaufsfläche von 5600 Quadratmetern.

Regionalität

In Vorarlberg bieten damit 236 Geschäfte ein Vollsortiment an Lebensmitteln beziehungsweise Waren des täglichen Bedarfs an, heißt es in einer Aussendung der Fachgruppe. Im Wettbewerb seien nach wie vor Themen wie Regionalität, Nachhaltigkeit sowie bio und vegan im Vordergrund. Zunehmend an Bedeutung gewinnen auch Lebensmittel für Allergiker. Keine große Rolle spielt dagegen der Internethandel mit Lebensmitteln. Allerdings steige der Druck der Digitalisierung auf die Händler, meinte Kappaurer.

Alexander Kappaurer, Fachgruppenobmann des Vorarlberger Lebensmittelhandels. <span class="copyright">WKV/Christian Kerber</span>
Alexander Kappaurer, Fachgruppenobmann des Vorarlberger Lebensmittelhandels. WKV/Christian Kerber

Neben den Geschäften mit Vollsortiment und den Diskontern gibt es in Vorarlberg auch noch 92 Läden mit einem speziellen Sortiment. „Das sind Nischengeschäfte für vegane Lebensmittel, Bio- und Naturkost ebenso wie Spezialitätenläden und Geschäfte mit regionalem Produktbezug sowie Sennereien“, informierte Kappaurer. Diese verfügen über eine Verkaufsfläche von insgesamt rund 5000 Quadratmetern. Dazu kommen noch 177 Bäckereibetriebe und Brotverkaufsstellen sowie 54 Metzgereien und Fleischfachgeschäfte. An 27 Standorten befinden sich zudem kleinere Lebensmittelgeschäfte mit ethnischem Sortiment. Tankstellenshops, die laut Fachgruppenobmann ein Wettbewerbsfaktor in der Branche sind, verfügen über eine Verkaufsfläche von insgesamt 2500 Quadratmetern.

Einer der größten Arbeitgeber

Rund 5800 Beschäftigte und 240 Lehrlinge arbeiten im Lebensmittelhandel. Dazu kommen noch die Arbeitnehmer in Bäckereien und Metzgereien. Die Branche gehöre damit zu den größten Arbeitgebern im Land, betonte Kappaurer.

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