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Verzicht auf Alkohol: Sonst ein Jahr Haft

11.04.2022 • 19:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/APA/GEORG HOCHMUTH/

Sollte Straftäter gegen Auflagen verstoßen, müsste er ins Gefängnis.

Im Alkoholvollrausch versuchte sich der reumütige geständige Angeklagte nach den gerichtlichen Feststellungen einer Amtshandlung der Polizei zu widersetzen und verletzte dabei zwei Polizisten. Demnach beschädigte er zudem eine an der Wand hängende Tafel.

Ohne Verteidiger erschienen

Wegen der Begehung von Straftaten im Zustand voller Berauschung wurde der einschlägig Vorbestrafte am Montag am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von einem Jahr und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 240 Euro (60 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Das Urteil, mit dem der Angeklagte und Staatsanwalt Markus Fußenegger einverstanden waren, ist nicht rechtskräftig. Weil der Angeklagte ohne Verteidiger erschienen war, erhält er automatisch drei Tage Bedenkzeit. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht 13 Monaten Haft.

Psychiatrische Behandlung

Richter Dietmar Nußbaumer erteilte dem aus Mittelamerika stammenden Österreicher die Weisungen, keinen Alkohol mehr zu trinken, sich weiterhin psychiatrisch behandeln und sich Depotspritzen gegen seine Schizophrenie geben zu lassen und auch in Zukunft in einem betreuten Wohnhaus zu leben. Sollte sich der Mann während der Probezeit von drei Jahren nicht an die Bewährungs­auflagen halten, müsste er die Gefängnisstrafe doch verbüßen.

Keine Einweisung notwendig

Der Strafrichter folgte den psychiatrischen Einschätzungen und Empfehlungen des gerichtlichen Sachverständigen Reinhard Haller. Weil der an paranoider Schizophrenie erkrankte Angeklagte bereits psychiatrisch behandelt werde und betreut wohne, sei eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme oder entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher nicht notwendig, sagte der Gutachter. Die angeklagten Taten habe der Angeklagte wohl nicht unter dem Einfluss seiner psychischen Krankheit, sondern im Alkoholrausch begangen.