Allgemein

Haftstrafe: Übergriffe auf einen Mitbewohner

18.04.2022 • 22:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

40-Jähriger fasste Mitbewohner wiederholt an bekleideten Penis.

Wegen sexueller Übergriffe auf einen Mitbewohner in einer betreuten Wohnung wurde der mehrfach vorbestrafte Angeklagte in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger ist rechtskräftig, denn der Angeklagte und die Staatsanwältin verzichteten auf Rechtsmittel. Der Schuldspruch erfolgte wegen der Verbrechen der geschlechtlichen Nötigung und der Vergehen der sexuellen Belästigung. Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Haft.

Sexuelle Belästigung

Nach Ansicht der Richter hat der 40-Jährige zwischen Sommer 2020 und Juli 2021 seinem Mitbewohner wiederholt an den bekleideten Penis und auch an den bekleideten Hintern gefasst. Dabei hat er nach den gerichtlichen Feststellungen das Opfer teilweise mit den Händen am Körper gepackt und zu sich hergezogen. Diese Taten wurden als geschlechtliche Nötigung gewertet, die anderen Vorfälle als sexuelle Belästigung. Eine geschlechtliche Nötigung begeht, wer jemanden mit Gewalt oder gefährlicher Drohung zu einer sexuellen Handlung nötigt. Wenn mit Gewalt der Beischlaf oder eine beischlafähnliche Handlung erzwungen wird, gilt das als Vergewaltigung.

Vorstrafen

Strafmildernd wirkte sich die eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten zu den Tatzeiten aus. Denn ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte ihm eine mittelgradige Intelligenzminderung. Erschwerend wirkten sich die Vorstrafen aus. So ist der gebürtige Oberländer schon einmal als psychisch beeinträchtigter und gefährlicher, aber zurechnungsfähiger Brandstifter zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt und dabei auch in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Zehnmal hat der damals sechsfach einschlägig Vorbestrafte Feuer gelegt, stellte das Landesgericht 2010 in einem Schöffenprozess fest.

Mit Stoff-Schäfchen ins Gesicht gefahren

Der Angeklagte sagte vor Gericht, er sei teilweise schuldig. Er habe seinem Mitbewohner nur im Spaß an den Penis gegriffen. Damit habe er darauf reagiert, dass der Mann ihm mit einem Schäfchen aus Stoff ins Gesicht gefahren sei. Er habe ihn vor dem Begrapschen im Intimbereich aber nie zu sich hergezogen.
Der Verteidiger meinte, sein Mandant sei kein Triebtäter. Bei den ihm zur Last gelegten Taten würde es sich lediglich um harmlose Neckereien unter Mitbewohnern handeln.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.