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Keine Haft trotz sechs Kilogramm Marihuana

22.04.2022 • 18:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/APA/DPA/Daniel KARMANN</span>
Symbolbild/APA/DPA/Daniel KARMANN

Unbescholtener 49-Jähriger half Ehepaar beim Anbau von Cannabis und durfte dafür gratis wohnen.

Der geständige 49-Jährige half zwischen Sommer 2019 und März 2020 in Dornbirn beim Anbau und Ernten von 6,75 Kilogramm Marihuana im Wert von 67.000 Euro. Für das damit begangene Verbrechen des Suchtgifthandels betrug der Strafrahmen ein bis zehn Jahre Gefängnis. Dennoch muss der Arbeitslose keine Haftstrafe verbüßen, die bei derart großen Drogenmengen sonst üblich ist.

Rechtskräftig

Der Angeklagte kam am Freitag beim Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch mit einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von 15 Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1680 Euro (420 Tagessätze zu je 4 Euro) davon. Das Urteil des Schöffensenats, mit dem der von Thomas Meier verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch einverstanden waren, ist rechtskräftig.

Untergeordnete Rolle

„Sie müssen nicht ins Gefängnis“, sagte Richter Stadler in seiner Urteilsbegründung zum Angeklagten. Denn er sei unbescholten und umfassend geständig gewesen und habe nur eine untergeordnete Rolle gehabt. Denn der Angeklagte sei am Verkauf des Rauschgifts nicht beteiligt gewesen.
Der Angeklagte sagte, er sei damals obdachlos gewesen und habe gratis bei einem Ehepaar in Dornbirn wohnen dürfen. Als Gegenleistung habe er beim Anbau und Ernten von Cannabis geholfen. Als es zu Streitigkeiten gekommen sei, habe er die Polizei über die Drogenplantage informiert, obwohl er sich damit auch selbst belastet habe.

Gegen das Dornbirner Ehepaar, das Cannabis in größeren Mengen angebaut und verkauft haben soll, ist bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch ein Ermittlungsverfahren anhängig.

Schon einmal verurteilt

Der Angeklagte galt als unbescholten, obwohl er wegen schwerer Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden ist. Aber das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn das Oberlandesgericht hat über die Berufungen des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft noch nicht entschieden.