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Italien feiert Heim-GP im Ferrari-Modus

24.04.2022 • 15:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Ferrari-Fans hoffen auf einen Heimsieg
Die Ferrari-Fans hoffen auf einen Heimsieg (c) imago images / Motorsport Images (Mark Sutton via www.imago-images.de)

Ferrari ist auf die Siegerstraße zurückgekehrt.

Es ist 16 Jahre her, seit die Tifosi in Imola einen Ferrari-Sieg feiern durften. Eine Durststrecke auf dem Autodrom Enzo e Dino Ferrari seit Michael Schumachers Erfolg 2006, ausgerechnet auf dem nach dem Firmengründer und dessen Sohn benannten Rundkurs, ist schwerer zu verdauen als eine schlagobersschwere „Pasta Carbonara“.

Nach zwei Siegen von Charles Leclerc, bei einem Vorsprung des Monegassen von 46 Punkten auf den Titelverteidiger Max Verstappen, lebt und atmet ganz Italien wieder im Ferrari-Modus. Nach Tausenden Rennkilometern voll deprimierender Niederlagen, als vor allem Mercedes die Hybrid-Ära dominierte, ist Ferrari wieder auf die Siegesstraße zurückgekehrt. Gerade rechtzeitig für die Rückkehr der Formel 1 nach Europa, perfekt inszeniert, mit einem vollen Haus in Imola (mit 62.000 am Sonntag ausverkauft) und einer Hundertschaft wehender Ferrari-Fahnen. Aus der Schamesröte der letzten Jahre ist wieder ein leuchtendes Ferrari-Rot geworden.

In Maranello haben sie nichts falsch gemacht. Vor allem hat man früh auf eine Weiterentwicklung des 2021er-Autos verzichtet, die Vorjahressaison in Anbetracht der Chancenlosigkeit aufgegeben und mit der Planung für 2022 begonnen. Kein Team kommt besser mit den hüpfenden Autos zurecht als Ferrari. Selbst der F1-75 springt hin und wieder auf den Geraden, sobald aber Kurven angebremst werden, wird das Auto stabil und generiert so den optimalen Abtrieb. Dieser Vorteil wurde vor allem in Melbourne sichtbar. Gerade in Australien hatte Red Bull und der Rest des Feldes vom Rennspeed her keine Chance, um mit den Roten mitzuhalten. Und mit Spritpartner Shell hat Ferrari ein Jahr lang am synthetischen E-Fuel geforscht, der heuer zu zehn Prozent beigemischt werden muss. Während just auf diesem Gebiet Mercedes die größten Defizite zu haben scheint, dürfte Ferrari rund 20 PS durch die neue Verteilung des E10-Benzins gefunden haben.

Große grundsätzliche Veränderungen im Kräfteverhältnis sind an diesem Wochenende noch nicht zu erwarten, denn die sonst beim Europaauftakt übliche Flut an Neuerungen und Updates bei allen Teams scheint dieses Jahr etwas kleiner auszufallen als gewohnt. Denn im Rahmen des Grand-Prix-Wochenendes in Imola findet das erste Sprint-Rennen der Saison statt. „Da wird es schwierig, neue Teile zu evaluieren. Im ersten Freien Training muss man sich eigentlich schon voll auf das Qualifying am Nachmittag vorbereiten“, gibt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto zu bedenken. Charles Leclerc ist zuversichtlich, „muss ich doch nicht mehr spezielle Dinge tun, um mehr Speed rauszuholen.“ Red Bull wird weiter nachlegen, ja nachlegen müssen. Aber auch Ferrari wird Schritt halten. „Vor allem mit den gleichen Leuten, die schon dieses Auto gebaut haben“, meint Leclerc.