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Betrunken gearbeitet: Entlassung bekämpft

29.04.2022 • 18:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Symbolbild<span class="copyright">APA/GEORG HOCHMUTH</span>
SymbolbildAPA/GEORG HOCHMUTH

Klagender Entlassener sagt, er sei nicht betrunken gewesen, zudem sei die Entlassung zu spät erfolgt.

Wegen wiederholter Trunkenheit am Arbeitsplatz wurde der Mitarbeiter entlassen. Der Ex-Mitarbeiter des Handelsgeschäfts bekämpft in einem anhängigen Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch seine Entlassung. Der Kläger fordert 14.800 Euro, vor allem als Kündigungsentschädigung. Der Mann aus dem Bezirk Bludenz argumentiert damit, er sei gar nicht betrunken gewesen, zudem sei die Entlassung zu spät erfolgt und damit unwirksam.

Entlassung wegen Trunkenheit

In dem Rechtsstreit ist noch kein Urteil ergangen, am Freitag fand bereits die dritte Verhandlung statt. Der beklagte Unternehmer sagte am Freitag, der Kläger sei in dem Ende Mai 2021 eröffneten Geschäft innerhalb von weniger als drei Monaten drei Mal betrunken zur Arbeit erschienen, zuerst im Juni, dann im Juli und zuletzt am 17. August. Die Entlassung sei am Tag nach dem letzten Vorfall erfolgt, am 18.8.2021.

Dass die Entlassung nicht unverzüglich vorgenommen worden sei, sondern erst am Tag nach dem Vorfall, sei arbeitsrechtlich problematisch, sagte Arbeitsrichter Gabriel Rüdisser. Zudem sei strittig, ob überhaupt ein Entlassungsgrund vorliege. Deshalb bot der beklagte Unternehmer für einen Vergleich zur Beendigung des Arbeitsprozesses 10.000 Euro an. Der Kläger war damit aber nicht einverstanden.

Am Freitag sagten vier Zeugen vor Gericht aus. Ein Kunde gab an, der mit ihm befreundete Kläger habe am 17.8.2021 im Verkaufsgeschäft auf ihn nüchtern gewirkt. Auch die Schwester des Klägers sagte, beim gemeinsamen Frühstück am 17. August 2021 sei ihr Bruder nüchtern gewesen. Diesen Eindruck hatte auch ein Freund des Klägers, der mit ihm am Vorabend in einem Restaurant zu Abend gegessen hat. Ein Mitarbeiter der beklagten Partei berichtete hingegen, der Kläger sei bei der Arbeit betrunken gewesen und deswegen vom Chef nach Hause geschickt worden. Der Kläger habe dann nicht mehr gearbeitet, das Geschäft aber erst Stunden später verlassen.