Allgemein

Ein kunterbunter Kindergarten

29.04.2022 • 11:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">klaus hartinger</span>
klaus hartinger

Ab wann sollen Kinder in den Garten? Was können sie dort tun, was lernen sie?

Ab wann sollen Kinder in den Garten? Was können sie dort tun, was lernen sie? „Einfach machen lassen!“, raten Jenny und Dominik Lumaßegger, die Gärtner vom Höchster Mahlerhof. Sie haben zwei kleine Töchter, die ebenfalls schon begeistert die Erde umgraben. „Als sie ganz klein waren, haben sie auch schon mal eine Blume ausgerissen. Den Respekt vor den Pflanzen lernen sie aber sehr schnell.“
Die jungen Gärtnereltern sind sich einig: „Am besten ist ,learning by doing‘. Bei Kindern braucht es nicht viel, und Kinder im Garten zu beteiligen, muss auch nicht viel kosten.“ Ihre Mädchen dürfen eigene Radieschen setzen, eigene Karotten, Kohlrabi und Salat, außerdem Snackpaprika. „Kindergemüse eben“, schmunzeln die beiden. Der Vorteil, wenn Kinder eigenes Gemüse ziehen: Sie freuen sich, wenn es auf den Tisch kommt, anstatt zu sagen: „Alles, was grün ist, mag ich nicht.“

Keine Berührungsängste

Anja Burtscher-Marte, die beim Obst- und Gartenbauverein die Schulgärten koordiniert, hat ebenfalls drei Nachwuchsgärtner zu Hause. „Hauptsache, die Kinder kommen mit dem Garten in Berührung, in welcher Form auch immer. Haben sie den Garten einmal mit allen Sinnen aufgenommen, bleibt immer was hängen, das sie später wieder aufgreifen können – und sei es einfach, keine Berührungsängste zu haben.“
Kinder interessieren sich für das vielfältige Leben im Garten, möchten – unter Anleitung – Insektenhotels bauen, Igellaubhaufen zusammenrechen, Insekten Trinkschälchen mit Ausstiegssteinen hinstellen, Vogelfutter nachfüllen, ein eigenes Stück Garten mit bemalten Steinen kennzeichnen und jeden Tag nachschauen, ob nicht schon grüne Spitzen aus der Erde schauen.

<span class="copyright">KLAUS HARTINGER</span>
KLAUS HARTINGER

Träumen vom Garten

Sara Roth, elf Jahre alt, und ihre Schwester Salma, neun Jahre alt, gehören zu den Vorzeige-Mitmach-Kinder von „Kids im Kräutergarten“, einem Projekt des Obst- und Gartenbauvereins Dornbirn, geleitet von Bernadette Winder und Beate Hermann. Die beiden Schwestern wohnen mit ihren Eltern in Lindau und können sich gut an ihren Schrebergarten erinnern. Sonnenblumen und einen Kirschbaum gab es da, Kürbisse und Johannisbeeren. „Manchmal haben wir unsere Hasen in den Garten mitgenommen, die fanden es dort auch ganz toll.“
Und sollen Erwachsene bei den gemeinsamen Gartenprojekten auch sagen dürfen, wo’s langgeht? „Das ist in Ordnung“, findet Salma. „Die wissen ja einfach, wie’s geht“, meint Sara. Und was sagen die Erwachsenen dazu? „Wir möchten in unseren Kräuterkursen zu einem achtsamen Umgang mit der Natur anleiten“, sagt Winder. „Während wir Lippenbalsam oder Klatschbrot mit den Kindern machen, lernen sie nebenbei viel über Nachhaltigkeit“, erklärt Hermann.