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Sechs Jahre Gefängnis für Vergewaltigung

30.04.2022 • 19:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">klaus hartinger</span>
klaus hartinger

Frau vergewaltigt und sexuell genötigt, Polizisten bedroht und tätlich angegriffen.

Wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Gewalt und Drohung gegen Beamte wurde der angeklagte Vorarlberger am Schweizer Kreisgericht Rheintal in Altstätten im Kanton St. Gallen schuldig gesprochen. Dafür wurde der vorbestrafte 27-Jährige aus dem Bezirk Dornbirn zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Dabei werden verbüßte 207 Tage in Schweizer Untersuchungshaft angerechnet. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Strafrahmen für Vergewaltigung beträgt in der Schweiz ein bis zehn Jahre Haft, in Österreich zwei bis zehn Jahre.

Tatort Schweiz

Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen warf dem Angeklagten vor, er habe in Widnau im Kanton St. Gallen eine ihm bekannte Frau in deren Wohnung zur Duldung des Geschlechtsverkehrs genötigt. Zudem habe er sie dazu gezwungen, ihn oral zu befriedigen. Überdies habe er die Frau gegen deren Willen am ganzen Körper berührt.

Des Weiteren wurde dem Angeklagten zur Last gelegt, er habe in der Schweiz eine Polizistin und einen Polizisten tätlich angegriffen. Demnach soll er die Beamten während der Ausübung ihres Dienstes geschlagen und angespuckt haben.

Nach Ansicht des Gerichts hat der psychiatrisch begutachtete Angeklagte die Taten unter dem Einfluss einer schweren psychischen Störung begangen. Deshalb ordneten die Richter eine stationäre Maßnahme an. Das bedeutet, dass der Häftling psychiatrisch behandelt.werden soll.

Hohe Geldstrafen

Die Schweizer Strafrichter beschlossen, dass der Österreicher für zehn Jahre des Landes verwiesen wird. Als Schmerzengeld hat der Angeklagte der Frau 20.000 Schweizer Franken zu bezahlen und als Schadenersatz für ihr zerstörtes Sofa und ihre zerstörten Bilder 1000 Franken. Er haftet für ihre allfälligen künftigen Therapiekosten. Für die vom Gericht mit 70.000 Franken bestimmten Verfahrenskosten hat der Angeklagte aufzukommen. Davon entfallen 20.000 Franken auf seinen Schweizer Verteidiger und 27.000 Franken auf Gefängniskosten.

Die Anklagebehörde beantragte eine sechsjährige Haftstrafe, eine stationäre Maßnahme und ein Schweizer Aufenthaltsverbot für 15 Jahre. Der Verteidiger meinte, eine Freiheitsstrafe von drei Jahren sei ausreichend. Von einer stationären Maßnahme sei abzusehen. Es sei kein Landesverweis auszusprechen oder maximal ein fünfjähriger. Von den Verfahrenskosten sei dem Angeklagten die Hälfte nachzusehen.