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Die NEUE feiert 50-Jähriges Jubiläum

02.05.2022 • 17:44 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Erstmals erschien die NEUE am 2. Mai 1972. <span class="copyright">hartinger</span>
Erstmals erschien die NEUE am 2. Mai 1972. hartinger

Heute vor 50 Jahren erschien die erste “Neue Vorarlberger Tageszeitung”.

Das Blatt erschien erstmals am 2. Mai 1972, um die Vormachtstellung der “Vorarlberger Nachrichten” zu brechen. Die finanziell oft klamme Tageszeitung durchlebte Höhen und Tiefen, vor allem die Anfangszeiten waren turbulent. Die Ausrichtung blieb seit Bestehen gleich: Man verstehe sich als “kritisches Medium, das den Finger dorthin legt, wo es wehtut”, so Chefredakteur Moritz Moser gegenüber der APA.

Die “Neue” trat 1972 mit einem Startkapital von zwölf Millionen Schilling auf den Markt, wo sich Platzhirsch “VN” nur sehr ungern die Butter vom Brot nehmen lassen wollte. Einer der Motoren hinter der NVT war Wise Köhlmeier, Vater von Schriftsteller Michael Köhlmeier. Er bildete mit Walter Zeiner und Bertram Burtscher die Chefredaktion. “In der Zehn-Personenredaktion saßen drei Erstmals erschien die NEUE am 2. Mai 1972.Häuptlinge und sieben Indianer”, beschrieb es der spätere ORF-Landesdirektor Wolfgang Burtscher, damals für das Kulturressort zuständig, am Montag in der “Neuen”. Rund zehn redaktionell Mitarbeitende sind heute unter Leitung von Moritz Moser, der seit Dezember 2021 Chefredakteur ist, für das Blatt tätig.

Zunächst erschien die Zeitung im Großformat in einer Auflage von 25.000 Stück und hatte 16 Seiten. Vor allem in den Anfangsjahren kämpfte die “Neue” ständig ums Überleben. Zu schaffen machten dem Blatt nicht nur die Auseinandersetzungen mit den “VN”, es mangelte auch an einem funktionierenden Vertriebssystem und Inserateneinnahmen. Gründungsgeschäftsführer Hubert Säly soll öfters sein Privathaus verpfändet haben, um die Gehälter bezahlen zu können.

Inhaltlich verstand sich die “Neue” stets als Alternative. So berichtete die 1975 von den “VN” abgeworbene Ute Sassadeck als Wien-Korrespondentin zur Innenpolitik, zudem fanden Berichte selbst aus den untersten Fußballligen und zur alternativen Kulturszene Platz. Mit dem Einstieg des Grazer Styria Verlags (“Kleine Zeitung”) 1975 verbesserte sich die Finanzlage, redaktionell ging man eine Kooperation ein. Für die “Neue” bedeutete dies den Wechsel ins Kleinformat. Journalistisch galt die “Neue” als Talentschmiede: So begannen die Journalistinnen Marga Swoboda und Conny Bischofberger in den 1970er-Jahren ihre Karrieren dort, ebenso Karikaturist Dieter Zehentmayr.

Von Eugen A. Russ übernommen

Im Frühjahr 1990 wurde die “Neue” schließlich von Eugen A. Russ übernommen. Zwar werde immer wieder kritisiert, dass beide Vorarlberger Tageszeitungen unter einem Dach erscheinen, man erlebe die Inhouse-Konkurrenz in der täglichen Arbeit aber als sehr befruchtend, erklärte Moser dazu. “Dass wir uns messen müssen, führt zu mehr Qualität in beiden Blättern”, war er überzeugt. Mit der finanziellen Entwicklung und den Auflagenzahlen zeigte er sich soweit zufrieden, “aber natürlich wünschen wir uns wie alle Zeitungen immer mehr Leser”.

“Dass wir uns messen müssen, führt zu mehr Qualität in beiden Blättern”

Moritz Moser, Chefredakteur

Die “Neue Vorarlberger Tageszeitung” erhielt 2021 rund 840.000 Euro Presseförderung, den Großteil aus der Förderung zum Erhalt der regionalen Vielfalt. Eine Abschaffung hätte laut Moser jedenfalls eine extreme Einstellungswelle und den Verlust von Qualitätsmedien in Österreich zur Folge. Inwieweit die “Neue” davon betroffen wäre, könne er nicht abschätzen. Welche Zukunft die NVT als gedruckter Titel habe, werde wie bei allen Zeitungen die Zeit weisen. Der Trend gehe in Richtung online, aber man setze weiter stark auf das Kernprodukt “Neue am Sonntag”.

Im Herbst 1990 erschien erstmals eine Sonntags-“Neue”, die 2007 ausgebaut wurde. Die “Neue am Sonntag” ist seither Zugpferd des Blattes. Sie erreicht mit einer Auflage von 25.400 Stück rund 64.000 Leser, diesen Status will Moser halten. Unter der Woche verzeichnete die “Neue” im zweiten Halbjahr 2021 eine verkaufte Auflage von 6.600 Stück und blieb laut Media Analyse mit rund 33.000 Lesern stabil. Zu ihren Glanzzeiten in den frühen 1980er-Jahren soll die Zeitung angeblich bis zu 116.000 Leser gehabt haben, rund 50.000 Leser weniger als die “VN”.

Ihr 50-jähriges Bestehen begeht die “Neue Vorarlberger Tageszeitung” mit einer Party samt Festzelt und Blasmusik am 12. Juni am Vorplatz von Russmedia in Schwarzach. “Es wird ein Fest für alle”, kündigte Chefredakteur Moser an.

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