Allgemein

Erstmals kein Österreicher in Top 100?

02.05.2022 • 14:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dominic Thiem
Dominic Thiem APA/AFP/PEDJA MILOSAVLJEVIC

Thiem muss in Madrid sein Halbfinale aus dem Vorjahr verteidigen.

Heute Abend (nicht vor 20 Uhr, Sky live) trifft Dominic Thiem in der ersten Runde des Masters-Turniers von Madrid auf Andy Murray. In der aktuellen Weltrangliste wird der Österreicher auf Position 91 geführt, in der spanischen Hauptstadt kann der 28-Jährige nur aufschlagen, weil er von seinem „Protected Ranking“ Gebrauch macht.

Nachdem der Österreicher bei den ersten drei Turnieren seit seinem Comeback jeweils in der ersten Runde strauchelte, ist auch nicht davon auszugehen, dass er in Madrid weit kommen wird. Erreicht er nicht wie im Vorjahr das Halbfinale, wird der Niederösterreicher Punkte verlieren – bei einem Erstrunden-Aus derer gleich 360, was ihn im Ranking auf zirka den 160. Platz absacken lassen würde.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.

Dass Thiem Punkte verlieren wird, scheint bei seiner derzeitigen Form unausweichlich. Und damit tritt jener Fall ein, den es zuletzt vor 36 Jahren gegeben hat. Nämlich, dass Österreich mit keinem einzigen Spieler in den Top 100 der Welt vertreten sein wird. Damals (am 28. April 1986) war Thomas Muster als bester ÖTV-Spieler auf Position 119 zu finden. Zweitbester Österreicher ist derzeit Dennis Novak als Nummer 148. Der Wiener Neustädter und ein Gros seiner rot-weiß-roten Kollegen ist diese Woche beim Challenger in Mauthausen im Einsatz.

Noch ein kurzer Blick zu den Damen. Da sieht es nicht besser aus – Julia Grabher ist als Nummer 155 die Beste. Allerdings zeigte die 25-jährige Vorarlbergerin mit dem Erreichen des Viertelfinales in Istanbul einen Aufwärtstrend und machte gleich 39 Positionen gut. Zweitbeste ÖTV-Spielerin ist derzeit Barbara Haas als Nummer 257.

„An der Spitze besser und breiter werden“

Unterm Strich also äußerst ernüchternde Aussichten, was die nähere Zukunft des heimischen Spitzentennis betrifft. Und ein Grund dafür, dass der ÖTV seine Arbeit der letzten Jahre kritisch beleuchten muss und daraus hoffentlich positive Lehren zieht. „Wir sind bemüht, in der Spitze besser und breiter zu werden. Ein Fokus liegt auf der Trainerausbildung – da investieren wir in die Weiterbildung“, sagt ÖTV-Präsident Martin Ohneberg, der betont, „dass es natürlich wünschenswert wäre, mehr Spieler in den Top 50 zu haben.“

Ein weiterer Schritt in diese Richtung soll durch das Erweitern des internationalen Turnierangebots passieren: „Wir haben derzeit zwei ATP, ein WTA, drei Challenger und 19 ITF-Turniere. Da ist noch Luft nach oben, geht es ja doch auch darum, den Spielern Wildcards bieten und Reisekosten ersparen zu können.“ In der Südstadt hätte man mit Jürgen Melzer einen „guten Kopf, doch gilt es auch da, weiter an der Qualität zu arbeiten“, sagt Ohneberg.