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“Stadt trauert um einen ihrer großen Söhne”

02.05.2022 • 12:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hier feiert der Alt-Landtagspräsident Siegi Gasser seinen 80. Geburtstag. LTP Sonderegger (r.) und LH Wallner (l.) gratulierten und erinnerten an die Verdienste des Jubilars <span class="copyright">Hofmeister</span>
Hier feiert der Alt-Landtagspräsident Siegi Gasser seinen 80. Geburtstag. LTP Sonderegger (r.) und LH Wallner (l.) gratulierten und erinnerten an die Verdienste des Jubilars Hofmeister

Siegfried Gasser ist im Alter von 80 Jahren gestorben.

Der frühere Vorarlberger Landtagspräsident, Landesstatthalter, Landesrat und Bregenzer Bürgermeister Siegfried Gasser (ÖVP) ist im Alter von 80 Jahren gestorben. “Die Stadt trauert um einen ihrer großen Söhne”, hieß es in einer Mitteilung der Landeshauptstadt am Montag zum Ableben ihres Ehrenbürgers.

Der Diplomvolkswirt, in Vorarlberg als “Siegi” Gasser bekannt, wurde 1973 als 32-Jähriger jüngster Landesrat Österreichs, damals war er für Wohnungswesen und Wohnbauförderung, Pflichtschulen, Inneres, Verkehrsrecht, Kindergärten und das “Gastarbeiterreferat” zuständig. 1984 wurde er Landesstatthalter (Landeshauptmann-Stellvertreter) und 1994 schließlich Landtagspräsident. Im April 1990 war es ihm gelungen, nach zwei Jahrzehnten Vorherrschaft der SPÖ, in Bregenz das Amt des Bürgermeisters für die ÖVP zu erobern. Das “Abenteuer Bregenz” war, wie er selbst einmal sagte, seine größte und ehrenvollste, zugleich aber auch eine kräftezehrende Aufgabe.

Im Jahr 1999 zeichnete Thomas Klestil (l.) Alt-Landtagspräsident Siegfried Gasser (r.) mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen am Bande für Verdiente um die Republik Österreich in der Präsidentschaftskanzlei aus. <span class="copyright">(c) APA/Barbara Gindl</span>
Im Jahr 1999 zeichnete Thomas Klestil (l.) Alt-Landtagspräsident Siegfried Gasser (r.) mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen am Bande für Verdiente um die Republik Österreich in der Präsidentschaftskanzlei aus. (c) APA/Barbara Gindl

Nach der Landtagswahl im Herbst 1999 zog sich Gasser aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurück. Ein Jahr zuvor, im Jänner 1998, war er als Bürgermeister der Stadt Bregenz zurückgetreten, der er fast acht Jahre vorstand. “Mit Siegi Gasser verliert die Landeshauptstadt Bregenz einen stolzen Bregenzer, einen Politiker mit Handschlagqualität, einen aufrechten Demokraten und einen wunderbaren Menschen. Meine Gedanken sind in diesen Augenblicken bei seiner Familie und Liebsten”, so Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) in einer Aussendung am Montag.

Sich selbst beschrieb Gasser, dessen politische Karriere 1970 als Bregenzer ÖVP-Stadtparteiobmann (bis 1979) begann, als “politischen Universalisten”. “Politik verstand ich immer als Dienst am Bürger”, so Gasser bei seinem Polit-Abschied.

Verdienste wurden geehrt

Gasser war zudem langjähriges Mitglied der Bregenzer Festspiele Privatstiftung und Landespräsident des Roten Kreuzes. 2005 verlieh ihm das Land Tirol den Adler-Orden. 2001 ehrte die ÖVP Vorarlberg Gasser mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Partei für seine “jahrzehntelangen epochalen Verdienste”. Er stand von 1991 bis 1994 an der Spitze des Vorarlberger Landesverbandes für Tourismus, war Vizepräsident des Internationalen Bodenseerates, Präsident der Kommunalpolitischen Vereinigung der ÖVP und Vizepräsident des Österreichischen Städtebundes. Nach Ende seiner politischen Tätigkeit war Gasser Aufsichtsratsvorsitzender der Bregenzer Sparkasse AG und der Pfänderbahn AG.

Geboren am 16. Juli 1941 in Saarwellingen, wuchs Gasser im Montafon auf und besuchte in Bregenz die Handelsakademie. Nach dem Präsenzdienst folgte ein Studium in Innsbruck mit Graduierung zum Diplomvolkswirt (1966), dann eine EDV-Ausbildung in Österreich und Deutschland. Von 1968 bis 1979 war er Geschäftsführer des Vorarlberger Rechenzentrums in Dornbirn.

APA