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Überfälle von 2009 und 2011: Sieben Jahre Haft

04.05.2022 • 18:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Symbolbild<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
SymbolbildKlaus Hartinger

Zwei bewaffnete Raubüberfälle in Nüziders und Bludenz konnten doch noch geklärt werden.

Zwei bewaffnete Raubüberfälle in den Jahren 2009 und 2011, Schmuggel und Besitz von im Darknet für den Verkauf bestellten drei Kilogramm Amphetamin im Jahr 2021, Anbau von Cannabispflanzen, jahrelanger Konsum von Marihuana: Dafür wurde der unbescholtene und geständige Angeklagte am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Richter Andreas Böhler sprach als Vorsitzender des Schöffensenats in seiner Urteilsbegründung von einer milden Strafe. Der Strafrahmen belief sich auf 1 bis 15 Jahre Haft. Der Schuldspruch erfolgte wegen schweren Raubes, Suchtgifthandels, Vorbereitung von Suchtgifthandel und unerlaubten Umgangs mit Suchtgiften.

Staatsanwalt Rusch schilderte, wie zwei Überfälle auf Tankstellen aus den Jahren 2009 und 2011 im Vorjahr doch noch geklärt werden konnten: Die Polizei habe ab Oktober 2021 gegen den 35-Jährigen wegen Drogenbestellungen im Darknet ermittelt. Dabei hätten sich DNA-Treffer zu Spuren aus den Raubüberfällen ergeben. Der Beschuldigte wurde im Oktober 2021 festgenommen und in Untersuchungshaft genommen.

Aus finanzieller Not habe er mit einer defekten Gaspistole die Raubtaten bei den Tankstellen begangen, sagte der Angeklagte aus dem Bezirk Bludenz. Bei einer Tankstelle in Nüziders erbeutete der maskierte Täter im Oktober 2009 an Bargeld 1720 Euro und 109 Rubbellose im Einkaufswert von 164,59 Euro. Im Jänner 2011 raubte der Täter bei einer Tankstelle in Bludenz 411 Euro sowie Zigaretten im Wert von 300 Euro.

Der in Nüziders überfallene Tankwart sagte als Zeuge, er stelle keine Schadenersatzforderungen, weil der Räuber jetzt vom Gericht bestraft werde. Der in Bludenz überfallenen Tankwartin hat der Angeklagte als Teilschmerzengeld 500 Euro zu bezahlen.

Der Räuber hatte die Bludenzer Tankstellenmitarbeiterin nach dem Raub im Müllraum der Tankstelle mit Kabelbindern an einen Müllcontainer gefesselt. Sie konnte sich selbst befreien. Der angeklagte 35-Jährige merkte an, er habe seinerzeit der Polizei nach dem Überfall telefonisch mitgeteilt, dass die Tankwartin im Müllraum gefesselt sei. Den Anruf aus einer öffentlichen Telefonzelle habe er getätigt, weil die Frau winterlicher Kälte ausgesetzt gewesen sei, sagte der ledige Arbeitslose.