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Weber: Kulturbudget muss steigen

04.05.2022 • 18:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Armin Weigel

Faire Bezahlung im Kulturbereich ist nur mit einem höherem Budget möglich, sagt Bernhard Weber.

Fairness in Kunst und Kultur haben ÖVP und Grüne am Mittwoch im Kultur- und Bildungsausschuss thematisiert. Auf der Tagesordnung stand ein gemeinsamer Antrag der Kultursprecher Christoph Thoma (ÖVP) und Bernhard Weber (Grüne). In diesem werden Maßnahmen im Land gefordert, welche jene der Fair-Pay-Initiative des Bundes ergänzen sollen. Der Antrag sei bei der Opposition gut angekommen und einstimmig beschlossen worden, berichtete Weber nach der Ausschusssitzung.
Kernstück des Antrags ist die Forderung an die Landesregierung, eine Ist-Analyse des „Fair Pay Gap“ in Vorarlberg zu erstellen. Es soll erhoben werden, wie groß die Lücke zwischen der tatsächlichen und einer fairen Bezahlung im Kunst- und Kulturbereich ist. Auf Bundesebene wurde dieser Prozess bereits abgeschlossen. Bei der Präsentation der Ergebnisse im Jänner hat sich gezeigt, dass der Unterschied zwischen den tatsächlichen Personalkosten und den Kosten bei fairer Bezahlung bei 21 Prozent liegt. Nun müsse eine solche Analyse auch in Vorarlberg durchgeführt werden, um zu wissen, wie groß die Lücke hierzulande ist, meinte Weber. Erst wenn man die Ist-Situation kenne, sei es möglich, entsprechend darauf zu reagieren.

Grünen-Kultursprecher Bernhard Weber freute sich über die einhellige Zustimmung im Ausschuss.  <span class="copyright">Oliver Lerch</span>
Grünen-Kultursprecher Bernhard Weber freute sich über die einhellige Zustimmung im Ausschuss. Oliver Lerch

„Anderer Weg“

Im Bund werden in einem ersten Schritt 6,5 Millionen Euro für das heurige Jahr Im Bund werden in einem ersten Schritt 6,5 Millionen Euro für das heurige Jahr als Fair-Pay-Zuschüsse ausgeschüttet. Zugleich wird eine Strategie ausgearbeitet, wie künftig eine faire Bezahlung erreicht werden kann. Es bleibe abzuwarten, wie nachhaltig die Strukturen des Bundes werden, meinte ÖVP-Kultursprecher Thoma bereits im Vorfeld der gestrigen Sitzung. In Vorarlberg werde man jedenfalls einen anderen Weg gehen und Lösungen ausarbeiten, „die tatsächlich einen Mehrwert für die Kulturlandschaft“ haben. Kultur sei nichts Statisches, sondern müsse als fortlaufender Prozess begriffen werden. Das gelte auch für die Fairness-Debatte, die nur im Schulterschluss von Bund, Ländern und Gemeinden zu einem Paradigmenwechsel führen werde.

Vorarlberg suche eine Lösung mit Mehrwert, sagte ÖVP-Kultursprecher Christoph Thoma.<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Vorarlberg suche eine Lösung mit Mehrwert, sagte ÖVP-Kultursprecher Christoph Thoma.Klaus Hartinger

Finanzreferent als Pianist

Grünen-Kultursprecher Weber sagte nach der Ausschusssitzung, dass jedem klar sein müsse, was die Zustimmung zum Antrag und der darin enthaltenen Forderung nach fairer Bezahlung für das Kulturbudget des Landes bedeute. Dieses müsse erhöht werden. Spätestens beim nächsten Budget werde sich zeigen, wie ernst das Thema genommen werde. Weber setzt dabei auch Hoffnung auf den Finanzreferenten und Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Dieser sei schließlich früher einmal für das Kulturressort zuständig gewesen und zudem ein ausgezeichneter Pianist.


Endgültig beschlossen wird der Antrag bei der Landtagssitzung am kommenden Mittwoch. Die Forderung nach einer Analyse der Ist-Situation ist nicht die einzige darin enthaltene Forderung. Thoma und Weber machen sich auch dafür stark, dass die Landesregierung dem Thema „Fairness“ bei der geplanten Kulturenquete des Landes im Herbst den entsprechenden Diskussionsraum gibt. Ebenso sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um gemeinsam mit dem Bund und den Gemeinden „Fair Pay“ im Kunst- und Kulturbereich zu implementieren.