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Hamilton hat wohl ein Motivationsproblem

08.05.2022 • 15:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lewis Hamilton
Lewis Hamilton (c) AP (Darron Cummings)

Hamilton führt mit Automobilverband Kleinkrieg wegen Juwelen.

Der siebenmalige Weltmeister steckt mehr und mehr in einem Kleinkrieg mit der FIA, die durch Rennleiter Niels Wittich das im Prinzip schon lange im Reglement stehende Schmuckverbot im Cockpit aus Sicherheitsgründen konsequent durchsetzen will und mit Kontrollen und drastischen Strafen droht. Was Hamilton für lächerlich hält. „Ich bin seit 16 Jahren in der Formel 1 dabei und trage seit 16 Jahren Schmuck. Im Auto trage ich nur meine Ohrringe und meinen Nasenring, und den kriege ich nicht mal mehr raus.“

Ein Sicherheitsproblem sieht er nicht: Selbst im Falle eines notwendigen MRT nach einem Unfall drohe ihm durch den Schmuck keine Gefahr. Denn sein Schmuck sei aus Platin und „das ist nicht magnetisch“. Mögliche Gefahren wie Feuer oder etwaige Verletzungen durch Bergungsmaßnahmen oder Risiken für Helfer blendet er dabei allerdings aus.

Der momentane Kompromiss sieht so aus: Die Teile, die er selbst problemlos entfernen kann, nimmt er trotz vorheriger verbaler Weigerung beim Miami-GP am Sonntag (Live-Ticker ab 21.30 Uhr) ab – für das kritische Piercing in der Nase bekommt er von der FIA für Miami und Barcelona noch einmal eine Ausnahmegenehmigung, bis Monaco muss er allerdings eine Lösung gefunden haben. Sprich, das Teil fachmännisch, wenn nötig eben auch dauerhaft, entfernen lassen.

Rein sportlich scheint sich trotz Mercedes-Verbesserungen der schon seit Saisonbeginn deutlich erkennbare Trend fortzusetzen: Teamkollege George Russell kommt mit dem Auto von Anfang an besser zurecht als Hamilton. Was sich ja auch in den Punkten zeigt: Während Hamilton nach vier Rennen mit 28 Punkten auf dem für seine Verhältnisse mehr als bescheidenen siebenten Platz liegt, hält sein britischer Landsmann als Vierter mit 49 Punkten immerhin noch einigermaßen den Anschluss zur Spitze.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff nimmt selbst die Schuld auf sich, versucht damit, Lewis mental zu unterstützen, ihn hochzuheben und sagt: „Hey, Lewis, das liegt nicht an dir, sondern an uns.“ Das ist sehr schlau, weil es nicht ganz die Wahrheit ist. Denn vergessen wir nicht, dass George Russell mit demselben Auto in Imola auf Platz vier fahren konnte, während Lewis nur 13. wurde.

Hamilton hat wohl ein Motivationsproblem
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Auch der heutige DTM-Boss Gerhard Berger sieht bei Hamilton vor allem ein Motivationsproblem: „Es ist ganz einfach: Russell riskiert mehr, weil er jünger ist. Würde Lewis um Siege kämpfen, würde auch er wieder mehr mit dem Messer zwischen den Zähnen fahren. Wenn es um Platz 13 geht, macht es für ihn keinen Sinn mehr.“ Also viel mehr eine Frage des Wollens als des Könnens.