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Spielverluste: Facharzt verlangt 55.000 Euro

09.05.2022 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright"> (c) Eric BARADAT / AFP</span>
 (c) Eric BARADAT / AFP

Ausländische Anbieter müssen von Online-Pokerspielen Verluste ersetzen.

Online-Glücksspieler mit hohen finanziellen Verlusten finden sich in allen gesellschaftlichen Schichten. Zu ihnen zählt auch ein niedergelassener Arzt. Der klagende Facharzt fordert in einem anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch 55.000 Euro. Bei der eingeklagten Summe handelt es sich um jenen Gesamtbetrag, den der Mediziner bei Online-Pokerspielen auf der Website des beklagten Anbieters aus Malta zwischen 2006 und 20020 verloren hat.
Der Doktor der Medizin wird, wie so viele andere klagende Glücksspieler, den anhängigen Glücksspielprozess gewinnen. Denn der Oberste Gerichtshof (OGH) hat entschieden, dass Anbieter von ausländischen Online-Glücksspielen ihren Kunden finanzielle Verluste zu ersetzen haben. Weil ausländische Anbieter in Österreich, wo ein Glücksspielmonopol herrscht, über keine Glücksspiellizenz verfügen. Damit sind, so das österreichische Höchstgericht in Wien, Glücksspielverträge mit österreichischen Kunden unwirksam.

Wegen der höchstgerichtlichen Rechtsprechung dauerte am Montag die Verhandlung in dem anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch nur knapp eine Viertelstunde. Zivilrichterin Yvonne Summer erklärte danach die Verhandlung für geschlossen, ihr Urteil wird schriftlich ergehen. Zuvor merkte sie an, es gebe bislang keine Wende in der Judikatur. Deshalb ist davon auszugehen, dass die in erster Instanz zuständige Richterin der Klage stattgeben wird.

Seit 14 Jahren

Bei seiner gerichtlichen Befragung sagte der klagende Facharzt, er habe im Vorjahr davon gehört, dass finanzielle Verluste bei ausländischen Online-Glücksspielen vor Gericht mit sehr guten Erfolgsaussichten zurückgefordert werden können. Deshalb habe er Kontakt mit einem dafür spezialisierten Rechtsanwalt aufgenommen. Früher sei er davon ausgegangen, dass die Online-Pokerturniere auf der Website legal seien. Er habe sich jahrelang keine Gedanken darüber gemacht, in welchem Land der Anbieter seinen Sitz hat.

14 Jahre lang habe er auf seinem Computer an Pokerturnieren der beklagten Partei teilgenommen, sagte der Facharzt. Begonnen habe er damit als Medizinstudent. Außerhalb der virtuellen Welt habe er nur als Student mit Kollegen Poker gespielt. 2020 habe er mit dem Online-Pokern aufgehört, weil es sich nicht rentiert habe. Er habe dabei nichts gewonnen und im Laufe der Jahre viel Geld verloren.

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