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Versicherungsgeschäft läuft gut

09.05.2022 • 19:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das Unternehmen hat seinen Sitz in Dornbirn. Allerdings ist keine einzige Stadt des Landes Kunde bei comit.<span class="copyright">Steurer</span>
Das Unternehmen hat seinen Sitz in Dornbirn. Allerdings ist keine einzige Stadt des Landes Kunde bei comit.Steurer

Verantwortliche von comit durften sich 2021 über Wachstum freuen.

Der Versicherungsmakler comit Versicherungsmakler GmbH mit Sitz im Hypo-Office in Dornbirn zeigt sich mit seiner aktuellen Geschäftsentwicklung zufrieden. So könne man für das Geschäftsjahr 2021 beim Prämienvolumen mit Bestands- und Neukunden ein Wachstum von etwa fünf Prozent vorweisen. Das erklärte Harald Dür, einer der beiden comit-Geschäftsführer, im Gespräch mit der Wirtschaftspresseagentur.com. Im laufenden Geschäftsjahr 2022 gehe man von einem Plus beim Prämienvolumen von etwa sieben Prozent aus. Die ersten vier Monate würden diese Prognose bestätigen, so Dür. Gerade die wirtschaftliche Erholung im Jahr 2021 im Industrie- und Gewerbebereich als auch die gute Geschäftsentwicklung bei vielen KMU-Betrieben in Vorarlberg trage zu dieser Entwicklung von comit bei, so der Geschäftsführer.

Einer der größten Makler

Das betreute Prämienvolumen bei comit bewegt sich in einer Größenordnung von etwa 36 Millionen Euro. Nach eigenem Bekunden, aber auch nach Ansicht der Branche ist comit damit entweder der größte oder einer der größten Versicherungsmakler in Vorarlberg. Der in dieser Rechtsform erst 2020 gegründete Versicherungsmakler betreut mit 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund 12.000 Kunden aus den Bereichen Gewerbe, Industrie, Gemeinden, kommunale Einheiten und Private.

Harald Dür ist einer der beiden Geschäftsführer von comit. <span class="copyright">comit</span>
Harald Dür ist einer der beiden Geschäftsführer von comit. comit

Das Unternehmen entstand im Jahr 2020 wie berichtet aus dem Zusammenschluss der Versicherungsmakler exacta und Hypo Versicherungsmakler. Die Hypo Vorarlberg und die Vorarlberger Landesversicherung VLV halten jeweils 40 Prozent der Anteile, die restlichen 20 Prozent entfallen auf die Wälderversicherung. Damit hat comit in Vorarlberg gleich zwei Besonderheiten gegenüber anderen Versicherungsmaklern aufzuweisen. Erstens halten ausgerechnet zwei Versicherungen 60 Prozent der Firmenanteile bei dem Versicherungsmakler comit. Und zweitens haben alle drei Miteigentümer ein mitunter ausgesprochenes Naheverhältnis zur Öffentlichen Hand beziehungsweise zum Land Vorarl­berg.

Blick auf Fotovoltaik

Aus diesem Grund wird in Maklerkreisen zuletzt vermehrt die Frage gestellt, warum sich die Öffentliche Hand beziehungsweise die in ihrem Einflussbereich stehenden Gesellschaften in Vorarlberg einen eigenen Versicherungsmakler halten, der den Mitbewerbern aus der Privatwirtschaft Konkurrenz macht. Sie verweisen auf das ähnlich gelagerte Beispiel vom 50-Prozent-Einstieg des landeseigenen Energiekonzerns illwerke vkw beim FV-Anbieter Doma Solartechnik.

Vorwurf

Das Engagement des Landesunternehmens hat bekanntlich im Vorjahr zu einem Aufschrei in der Vorarlberger Fotovoltaik-Branche geführt, weil ein öffentliches Unternehmen zum neuen Konkurrenten der privaten Anbieter wurde. Zudem genieße comit durch die Eigentumsverhältnisse bestimmte Vorteile insbesondere bei Kommunen und öffentlichen Einrichtungen, so ein Vorwurf.
Darauf angesprochen sagte Harald Dür, dass comit zum Beispiel im Kommunalbereich schon lange nicht mehr der dominante Player sei. „Wir betreuen leider zum Beispiel keine der fünf Städte in Vorarlberg und Städte hätten aufgrund ihrer Größe und all den Infrastruktureinrichtungen doch ein ordentliches Prämienvolumen.“ Bei den Gemeinden schätzt Dür den Anteil auf etwa ein Drittel, das von comit betreut wird. Das sei der Beweis, dass dieser angebliche Vorteil durch öffentlichkeitsnahe Eigentümer bei bestimmten Kunden wie etwa Städten und Gemeinden keine Rolle spiele. Auch andere öffentliche Einrichtungen wie das KUB, die Festspiele, das Landesmuseum oder der Umwelt- und Gemeindeverband seien keine comit-Kunden. Die Beratungsdienstleistung für die Krankenhausbetriebs-Gesellschaft KHBG habe man im Vorjahr nach einer öffentlichen Ausschreibung gewonnen, betont Dür.

Streuung

Auch würden sich die Eigentümer in keiner Weise in das operative Tagesgeschäft einmischen oder Vorgaben machen. Das gelte insbesondere für die beiden Versicherungen und ihre eigenen Angebote. „Es gibt bei uns keine Häufung von Versicherungspolizzen von VLV und Wälderversicherung. Mitunter ist deren Anteil sogar eher gering“, so Dür. Man wolle gezielt eine Streuung unter den Versicherungen. Deswegen würden den Kundinnen und Kunden fast immer zwei verschiedene Angebote gemacht. Ein anderes Vorgehen werde von Kundenseite ohnehin nicht mehr toleriert.

Günther Bitschnau/wpa