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Neue Bewerbsklasse zum Neustart

13.05.2022 • 18:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause gibt es heuer wieder einen Landesbewerb<span class="copyright"> Philipp Steurer</span>
Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause gibt es heuer wieder einen Landesbewerb Philipp Steurer

Der Sicherheitsbewerb feiert beim heurigen Landes-Feuerwehr-Leistungsbewerb seine Premiere.

Nach zwei Jahren coronabedingter Unterbrechung gibt es in diesem Jahr wieder einen Landes-Feuerwehr-Leistungsbewerb. Am 2. Juli werden Feuerwehrleute aus dem ganzen Land in Schnifis ihre Kräfte miteinander messen. Neben dem altbekannten Kampf um den „Goldenen Helm“ gibt es heuer mit dem Sicherheitsbewerb erstmals eine neue Bewerbsklasse. Die neunköpfigen Gruppen müssen dabei – wie in den bereits bestehenden Kategorien – einen Löschangriff und einen Staffellauf absolvieren. In der neuen Klasse tragen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jedoch die gesamte Sicherheitsausrüstung. Diese besteht neben der Einsatz- oder Dienstbekleidung auch noch aus dem Helm, dem Feuerwehrgurt, den Sicherheitsstiefeln und den Einsatzhandschuhen. Zusätzlich muss eine Marschübung absolviert werden. Im Gegenzug zu den anderen Bewerbsklassen gibt es am Ende auch keine Rangliste mit Platzierungen. Für die Teilnehmenden geht es lediglich darum, die erforderliche Mindestpunktzahl zu erreichen, um damit das entsprechende Leistungsabzeichen zu erhalten.


Der Sicherheitsbewerb soll damit weniger ein sportlicher Wettstreit sein, sondern mehr einer Leistungsprüfung ähneln. Von diesen gibt es bei der Feuerwehr bereits zwei, die sich um die Themen Atemschutz und technische Hilfeleistung drehen. Dabei sollen die in der Ausbildung erworbenen Kenntnisse in diesen Bereichen perfektioniert werden. Bei erfolgreicher Teilnahme gibt es ein Leistungsabzeichen entweder in Bronze, Silber oder Gold. Je nach Kategorie sind unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen, um erfolgreich zu sein.

Thomas Sprenger ist beim Feuerwehrverband für die Bewerbe zuständig. <span class="copyright">NEUE</span>
Thomas Sprenger ist beim Feuerwehrverband für die Bewerbe zuständig. NEUE

Spitzenleistungen gefragt

Beim Landes-Feuerwehr-Leistungsbewerb werden ebenfalls Leistungsabzeichen in Bronze oder Silber vergeben. Um aber in der Rangliste ganz vorne mit dabei zu sein oder gar um den „Goldenen Helm“ zu kämpfen, sind absolute Spitzenleistungen gefragt. Der Sicherheitsbewerb soll nun als Alternative dazu etabliert werden, indem der Fokus vor allem auf die saubere Ausführung der Aufgaben und weniger auf sportliche Höchstleistungen gelegt wird, berichtet Thomas Sprenger. Er ist beim Landesfeuerwehrverband unter anderem für die Bewerbe zuständig.


Der sportliche Charakter des Landes-Feuerwehr-Leistungsbewerbs habe dazu geführt, dass so manche Wettkampfgruppe vom hohen Aufwand, der betrieben werden muss, um vorne mit dabei zu sein, abgeschreckt werde. Die Spitzenteams proben vor dem Wettbewerb teilweise an mehreren Tagen in der Woche den Löschangriff. Jeder einzelne Handgriff wird hunderte Male geübt, und die Abläufe werden optimiert. Dazu wird auch noch an der körperlichen Fitness gearbeitet, um im Staffellauf möglichst schnell zu sein. „Für den Sicherheitsbewerb muss zwar auch geprobt werden, aber bei Weitem nicht so viel. Es gibt keine Rangliste und keine Platzierungen, sondern nur das Ergebnis ‚bestanden‘ oder ‚nicht bestanden‘“, erläutert Sprenger.


Der Experte rechnet nicht damit, dass es heuer einen Ansturm auf die neue Klasse geben wird. Es herrsche noch eine gewisse Zurückhaltung. Viele würden sich den neuen Bewerb wohl erst einmal anschauen wollen. Erfahrungen aus anderen Bundesländern, wo es den Sicherheitsbewerb schon länger gibt, würden jedoch zeigen, dass dieser durchaus beliebt sei. „Dort treten zwei Drittel der Gruppen in der Sicherheitsklasse an und ein Drittel im eher sportlichen Wettbewerb“, erzählt Sprenger.

Auswahlmöglichkeit

Eine ähnliche Entwicklung kann er sich in Vorarlberg vorstellen. Wobei es nicht darum gehe, einen Bewerb durch den anderen zu ersetzen. Vielmehr soll den Teilnehmern eine Auswahlmöglichkeit geboten und damit auch Gruppen zur Teilnahme animiert werden, die sich nicht im sportlichen Wettstreit messen, sondern lediglich ein Leistungsabzeichen erlangen möchten.