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Bartóks Meisterwerk als Highlight

16.05.2022 • 19:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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(c) Mathis Fotografie (5)

Symphonieorchester präsentierte in Bregenz die Saison 2022/2023.

Das Symphonieorchester Vorarlberg ist bereit für die nächste Saison 2022/2023. Im Casino Bregenz stellten gestern der Chefdirigent Leo McFall, Präsident Manfred Schnetzer und Geschäftsführer Sebastian Hazod das neue Programm vor.

Rückblick

Mit einem positiven Fazit blickt Hazod zurück auf die Saison 2021/22. Trotz der recht anhaltend herausfordernden Situation während der Pandemie sei es in dieser Saison gelungen, alle 14 Produktionen zu spielen. Auch Schnetzer zeigte sich erfreut, dass durch die Unterstützung vom Land Vorarlberg auch für ausgefallene Konzerte 50 Prozent der Gagen an die Musiker ausbezahlt werden konnten. Durch die Förderungen konnten 63 Prozent vom Rechnungsbeitrag gedeckt werden. Circa zwölf Prozent der Abonnenten seien verloren gegangen, was jedoch durch gute Kartenverkäufe in den Einzelproduktionen zum Teil ausgeglichen werden konnte.

Fair Pay

Die Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink äußerte sich über die Verdienstmöglichkeiten von Künstlern. So sei das SOV zusammen mit dem Land Vorarlberg für faire Bezahlung verantwortlich. Um eine Verbesserung der Honorare zu erwirken, werden die Landesfördergelder and die Honorare der Musiker gekoppelt. Zusätzlich sei eine Vereinbarung für die Gagenerhöhung getroffen worden. Durch eine stufenweise Erhöhung der Subventionen soll in fünf Jahren ein Plus von 200.000 Euro erreicht werden.

Barbara Schöbi-Fink
Barbara Schöbi-Fink

Zwischen September 2022 und Mai 2023 plant das Symphonieorchester Vorarlberg sechs Abo-Produktionen. Am 17. und 18. September startet Leo McFall die Saison mit Stücken von Ligeti, Berio und Schubert. Dabei stehen Luciano Berio und die Volkslieder im Mittelpunkt. McFall beschreibt es als sehr schöne Geste, dass verschiedene Sprachen vereint werden können. Auch Ligetis „Concert Românesc“ ist sehr von rumänischer und teils ungarischer Volksmusik beeinflusst. Die Mezzosopranistin Corinna Scheurle ist versiert in vielerlei Sprachen und damit prädestiniert für diese Literatur.

Sebas­tian Hazod, Leo McFall, Manfred Schnetzer und Wolfgang Burtscher (links).
Sebas­tian Hazod, Leo McFall, Manfred Schnetzer und Wolfgang Burtscher (links).

Das zweite Konzert hätte im April 2021 stattfinden sollen. Gerhard Korsten wird das bunte Programm mit Beethoven und dem Doppelkonzert von Benjamin Britten dirigieren. Im Dezember steht die Vierte Symphonie von Johannes Brahms im Zentrum. Dazu wird das Orchesterwerk von Detlev Glanert „Weites Land Musik mit Brahms“ in Österreich erstaufgeführt. Aufgrund von Sanierungsarbeiten im Festspielhaus Bregenz werden die Konzerte zwei und drei im Montforthaus Feldkirch stattfinden.

Highlight

Im vierten Konzert wird das Orchester erstmals Bartóks großes Meisterwerk „Herzog Blaubarts Burg“ mit Gabór Bretz (Bariton) und Paula Murrihy (Mezzosopran) aufführen. Für McFall sei es „ein langgehegter Traum gewesen, diese Ein-Akt-Oper in konzertanter Form mit dem Symphonieorches­ter Vorarlberg zu erarbeiten“. Das Werk musste pandemiebedingt in die neue Saison verschoben werden. Bartóks Oper eignet sich sehr gut dafür, im Rahmen eines Konzertsaals aufgeführt zu werden und braucht keine Inszenierung, sagte McFall in der Pressekonferenz. Das Märchen von Josef Suk passe gut mit Bartók zusammen. Es geht um die Geschichte von zwei Personen, die sich verlieren und eventuell wieder zusammenfinden.

Chefdirigent Leo McFall
Chefdirigent Leo McFall

Bei der Abo-Produktion Nummer fünf ist der Geiger Alexander Janiczek sowohl Solist als auch Dirigent. Mit Werken von Ludwig van Beethoven und Anton Webern bringt das SOV die erste und die zweite Wiener Schule zusammen.
Neben Schumanns Klavierkonzert a-Moll wird McFall auch Bruckners „Siebte“ dirigieren. McFall ist überzeugt, dass Bruckner „eine sehr tolle Musik“ ist. Somit setzt das SOV auch den geplanten Schwerpunkt bis zum Bruckner-Jahr 2024 fort.
Dazu wird es drei Produktionen bei den Bregenzer Festspielen geben, wie etwa die Opern „Die Italienerin in Algier“ und „Armida“ und die Koproduktion mit dem Vorarlberger Landestheater „Maria Stuarda“. Die Oper bietet große Gefühle, Eifersucht und Rache, sagt Hazod. Mit Arturo Alvardo als musikalischen Leiter sei die richtige Besetzung gefunden worden.

In der Zusammenarbeit mit dem „texte & töne“-festival wird die verloren gegangene und 2015 wieder aufgetauchte Komposition von Igor Strawinski „Chant funèbre“ im August aufgeführt. Zusätzlich wird es heuer erstmals zwei Neujahrskonzerte im Großen Festspielhaus Salzburg geben.

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