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Auf Polizisten gezielt, auf Tauben geschossen

17.05.2022 • 17:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Fünf Monate Gefängnis für unbescholtenen 19-Jährigen wegen mehrerer Straftaten.

Mit einer Airsoftpistole hat der damals 18-jährige Rumäne am 6. Oktober 2020 in Feldkirch für Aufregung gesorgt. Der Arbeitslose hat nach den gerichtlichen Feststellungen mit der von einer echten Waffe optisch nicht zu unterscheidenden Spielzeugpistole auf Passanten gezielt und Plastikkugeln auf Tauben geschossen. Dabei wurde offenbar keines der Tiere getroffen. Demnach hat der Angeklagte daraufhin in einer Feldkircher Bar die Waffe auf einen alarmierten und die Dienstpistole ziehenden Polizisten gerichtet, bevor er sich ergab. Zum Glück behielt der Exekutivbeamte die Nerven und schoss nicht.

Zudem hat der Angeklagte nach Ansicht des Richters mehrere Einbruchsdiebstähle begangen, auch in Wohnstätten, und dabei etwa Geld und Mobiltelefone gestohlen. Des Weiteren hat er laut Urteil versucht, ohne Erlaubnis mit fremden Fahrzeugen zu fahren.

Fünf Monate Gefängnis

Für all das wurde der unbescholtene und teilweise geständige Angeklagte am Dienstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat der 19-Jährige dem Polizisten 200 Euro zu bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Strafrahmen belief sich auf bis zu drei Jahre Gefängnis.

Der Schuldspruch erfolgte wegen Einbruchsdiebstahls, Entfremdung unbarer Zahlungsmittel, Urkundenunterdrückung, versuchten unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen, gefährlicher Drohung, versuchter Tierquälerei und versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt. Verteidiger Martin Brunner beantragte einen Freispruch vom angeklagten versuchten Widerstand gegen die Staatsgewalt. Weil sein Mandant in der dunklen Bar zunächst nicht erkannt habe, dass ihn ein Polizist aufgefordert habe, sich auf den Boden zu legen.

Opferanwältin Zehra Yilmaz-Arslan sagte, der von ihr vertretene Polizist habe Todesangst gehabt, als der Angeklagte die Waffe auf ihn gerichtet habe. Der 26-Jährige gab zu Protokoll, er habe danach Schlafstörungen gehabt und sich einer Psychotherapie unterziehen müssen.

Angeklagter flüchtete nach Lindau

Gegen den Angeklagten konnte erst jetzt verhandelt werden, weil er im November 2020 nach der zweiwöchigen Untersuchungshaft ins Ausland geflüchtet war, zum Betteln nach Lindau. Inzwischen befindet er sich wieder in U-Haft, mittlerweile seit 41 Tagen, die ihm angerechnet wird. Nach der Hälfte der verbüßten Strafe wird er voraussichtlich aus dem Gefängnis entlassen werden.