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Frau schlug Polizistin: 21 Monate Gefängnis

19.05.2022 • 18:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Strafe fiel hoch aus, weil 38-jährige Unterländerin schon elf Vorstrafen hat.

Die 38-Jährige hat nach den gerichtlichen Feststellungen heuer am 4. Jänner mit ihren Fäusten während einer Amtshandlung auf eine Polizistin eingeschlagen und dabei eine mögliche Verletzung der Beamtin in Kauf genommen. Demnach hat sie zudem den beiden Polizistinnen mehrfach angedroht, sie umzubringen. Das trug ihr am Donnerstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt, versuchter schwerer Körperverletzung und gefährlicher Drohung ein.

Dafür wurde die mit elf Vorstrafen belastete Angeklagte zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Hinzu kommen 3 Monate und 15 Tage aus einer vorzeitigen Haftentlassung. Damit beträgt die Gesamtstrafe 21 Monate und 15 Tage Haft. Das Urteil von Richterin Magdalena Rafolt, das die von Rupert Manhart verteidigte Angeklagte akzeptierte, ist nicht rechtskräftig; denn der Staatsanwalt nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Strenge Strafe

Die Strafe fiel streng aus, weil sieben der elf Vorstrafen einschlägiger Natur sind. Die Frau wurde nunmehr bereits zum dritten Mal wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt schuldig gesprochen. Darüber hinaus musste eine Strafschärfung wegen Rückfalls vorgenommen werden. Denn über die Angeklagte wurden in den letzten fünf Jahren schon zumindest zwei einschlägige Freiheitsstrafen verhängt. Damit erhöhte sich die mögliche Höchststrafe um die Hälfte, von drei auf viereinhalb Jahre Gefängnis.

Die Angeklagte sagte, sie habe die Polizistin nicht geschlagen, sondern lediglich weggestoßen. Das reiche bereits für den Tatbestand des Widerstands, erwiderte die Strafrichterin. Mildernd gewertet wurde, dass sich die Beschuldigte noch am selben Abend bei den Polizistinnen entschuldigt hat. Ihre Alkoholisierung fiel nicht mildernd ins Gewicht, sondern erschwerend, weil sie auch bei früheren Straftaten mehrmals alkoholisiert gewesen ist.

Sie habe doch nur zwischen den Polizistinnen hin zu jenem Mann gehen wollen, der ihren Sohn bedroht und attackiert und zudem eine Glasscheibe zerstört habe, gab die Angeklagte als Erklärung für ihr Verhalten zu Protokoll.

Ausgeschieden hat die Richterin am Donnerstag vorläufig den Anklagepunkt Verleumdung, der einen früheren Vorfall betrifft. Weil zwei Zeugen, darunter das mutmaßliche Opfer, unentschuldigt nicht zur Gerichtsverhandlung erschienen sind.