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Schwerer Missbrauch: Sieben Jahre Haft

20.05.2022 • 15:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Urteil des Landesgerichts wurde bestätigt.     <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Das Urteil des Landesgerichts wurde bestätigt. Klaus Hartinger

76-Jähriger missbrauchte nach Ansicht der Richter psychisch beeinträchtigten 26-Jährigen mehrfach.

Bereits zum zweiten Mal ist der seit seiner Geburt an einer Intelligenzminderung leidende Oberländer sexuell schwer missbraucht worden. 2020 wurde der 26-Jährige nach Ansicht der Richter Opfer eines ehemaligen Nachbarn. Als Kind wurde er von seinem Vater missbraucht, der dafür vor zwei Jahrzehnten zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden ist.

Zwischen Mai und Juli 2020 wurde der psychisch beeinträchtige junge Mann nach den gerichtlichen Feststellungen vom 76-jährigen Angeklagten fünf Mal missbraucht. Dadurch erlitt das Opfer laut Urteil eine Anpassungsstörung, die einer schweren Körperverletzung gleichkommt.

Haft und Teilschmerzengeld

Das trug dem türkischen Angeklagten im September 2021 beim Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen der Verbrechen des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person ein. Dafür wurde der unbescholtene Pensionist zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Er hat dem Opfer als Teilschmerzengeld 1980 Euro zu bezahlen. Das Urteil wurde nun rechtskräftig. Denn das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) gab jetzt den Strafberufungen des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft keine Folge und bestätigte das Strafmaß. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit.

Der Strafrahmen betrug wegen der schweren Körperverletzung nicht 1 bis 10 Jahre Gefängnis, sondern 5 bis 15. Mildernd wurde die Unbescholtenheit des Angeklagten gewertet, erschwerend das Vorliegen von mehreren Verbrechen.

Bereits im März wurde der Schuldspruch rechtskräftig. Weil der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurückwies.

Vorwürfe bestritten

Der Angeklagte aus dem Bezirk Bludenz bestritt die Vorwürfe. Die Richter hielten aber nur die Angaben des Belastungszeugen für glaubwürdig. Der in einem betreuten Wohnheim untergebrachte 26-Jährige gab an, der mit seiner Familie befreundete Angeklagte habe ihn im Auto von der Arbeit abgeholt und dann in der Wohnung des Beschuldigten missbraucht.

Der Angeklagte habe, so der vorsitzende Feldkircher Richter Thomas Wallnöfer, seine Vertrauensstellung als langjähriger Freund der Familie ausgenützt. Das Opfer habe ihm gesagt, dass er die sexuellen Handlungen nicht wolle. Weil seine Intelligenz nur der eines neun- bis zwölfjährigen Kindes entspreche, habe er sich aber nicht ausreichend gegen die Übergriffe wehren können.