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In Doren wird frisch und lokal gekocht

21.05.2022 • 19:30 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
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In der Bregenzerwälder Gemeinde Doren gibt es seit Herbst 2021 das Konzept „Lokal“.

Frisch, regional und nachhaltig sind Worte, die die Schulküche „Lokal“ der Gemeinde Doren beschreiben. Köchin Natalie Türtscher versorgt die Schüler der Mittelschule Doren bereits seit 8. November des letzten Jahres mit abwechslungsreicher Mittagsverpflegung. Im Februar kamen die Kinder der Volksschule Doren dazu, und seit letzter Woche nehmen auch die des Kindergartens das Angebot in Anspruch.

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Das Konzept

Mit dem Konzept „Lokal“ greift die Gemeinde Doren ein wichtiges Thema auf – die gesunde Ernährung bei Kindern im Schul- und Kindergartenbereich. Schon im Frühjahr 2021 hat es erste Überlegungen gegeben, die Schulverpflegung in die eigenen Hände zu nehmen, sprich das Essen im Gemeindesaal selbst frisch zuzubereiten, denn zuvor wurde dieses von einem Gasthaus zugeliefert. Zusammen mit der Regionsmanagerin der Energieregion Vorderwald, Monika Forster, und dem Geschäftsführer von „Essenszeit“, Dietmar Hagen, wurde in weiterer Folge das Konzept „Lokal“ entwickelt. Bürgermeister Guido Flatz erwähnt: „Wichtige Punkte waren hierbei: schmackhaftes, nachhaltig erzeugtes (wenn möglich in Bio-Qualität), fleischreduziertes und klimafreundliches Essen zu garantieren.“ Das Projekt ist zudem in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Hittisau entstanden. Sobald die Sanierungs- und Baumaßnahmen an den Schulen in Hittisau abgeschlossen sind, soll dort ab Herbst 2022 dasselbe Konzept greifen. In der Küche des Dorener Gemeindesaals kocht man allerdings schon seit Herbst 2021. Die Küche wurde und wird hierfür mit neuer Gerätschaft ausgestattet. Bis Juni sollten alle Geräte eingetroffen sein. Angefangen bei einer neuen Lüftung bis hin zur großen Bratpfanne.

<span class="copyright">Hartinger</span>Bürgermeister Guido Flatz.
HartingerBürgermeister Guido Flatz.

Regionale Erzeuger

Wöchentlich bereitet Köchin Natalie Türtscher rund 340 Menüs für die Kinder vor, wie sie verrät. Um all das allein meistern zu können, benötige es einen strukturierten Tagesablauf. Jeden Tag um Punkt 6 Uhr steht sie in der Küche. Auch die Menge an Essen, die es vorzubereiten gilt, müsse bereits vor dem Einkauf genau berechnet werden. Die Zutaten für die Mahlzeiten sollen möglichst aus der Region kommen, die Lieferwege zudem kurz und die Lebensmittel frisch sein. Die Eier werden daher vom „Glücks-Ei“ in Doren und das Fleisch aus der dorfeigenen Metzgerei Moosmann bezogen. Hühnerfleisch wird beim Biohof Mennel in Sulzberg bestellt und das Gemüse, nach Möglichkeit beim Dorner Hof in Sibratsgfäll.

<span class="copyright">Hartinger</span>Köchin Natalie Türtscher.
HartingerKöchin Natalie Türtscher.


Da das Konzept eine fleischreduzierte Küche vorsieht, wird nur ein- bis zweimal die Woche Fleisch serviert. Eine vegetarische Variante gibt es an jenen Tagen allerdings trotzdem. Ein Beispiel: Hacklaibchen oder panierter Blumenkohl mit Karotten-Erbsengemüse und Kartoffelpüree. Zusätzlich ist ein Salat in jedem Menü inkludiert. Dieser variiert wie die Gerichte täglich. „100 verschiedene Mahlzeiten wurden bisher gekocht“, erzählt die Köchin. Inspirationen hierfür nehme sie unter anderem aus den zahlreichen Kochbüchern, die sie bei sich zu Hause gelagert habe. Die von Natalie erstellten Speisepläne werden zudem nochmals extern von Monika Forster und Dietmar Hagen geprüft. Besonders wichtig ist der Köchin, dass die Kinder auch neue Speisen kennenlernen. Gleichzeitig werden in regelmäßigen Umfragen die Wunschmenüs der Kinder ermittelt und dann in den Speiseplan miteingebracht. Dann gibt es neben Tortilla-Wraps mit vegetarischem Chili oder hausgemachten Spätzle mit feiner Kräuterrahmsoße auch ein Wunschmenü der Kinder wie etwa Wurst- oder Käsenudeln.

<span class="copyright">Hartinger</span>Spinatknödel an cremiger Sauce, dazu Schmortomate.
HartingerSpinatknödel an cremiger Sauce, dazu Schmortomate.

Positive Resonanz

Die Volksschul- und Kindergartenkinder konsumieren ihr Essen im Gemeindesaal. Wohingegen die Mahlzeiten der Mittelschüler gegen Mittag in das rund 450 Meter entfernte Schullokal der Mittelschule ausgeliefert werden. Dort habe man zwar die Möglichkeit, Essen warm zu halten, jedoch gebe es keine Produktionsküche. Zudem verzieren im Speisesaal verschiedene Plakate mit Slogans wie „Wir wissen, was wir essen“ oder „Gutes Klima für alle“ die Wände. Ziel des Konzepts ist auch, die Essenthematik in den Unterricht mit einzubinden.

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Direktor der Mittelschule Robert Österle. <span class="copyright">Hartinger</span>
Direktor der Mittelschule Robert Österle. Hartinger

Auf die Frage, wie all das bei den Kindern ankommt, meint Robert Österle, Direktor der Mittelschule, man müsse zugeben, dass es natürlich auch Kinder gebe, die sich öfters Pommes oder Fleisch wünschen würden. Recht machen könne man es vermutlich nie allen. Beim größten Teil der Schüler komme das Essen aber wirklich sehr gut an, genauso wie beim Lehrpersonal. Dies bekräftigt auch die Leiterin des Kindergartens, Lisa Maria Waldner: „19 von 23 Kinder sind fürs Essen angemeldet. Bis jetzt sind alle begeistert.“ Andreas Sutterlüty, Direktor der Volksschule, schließt sich dem an. „Wir freuen uns, mit Natalie eine so gute Köchin gefunden zu haben. Für mich ist es die optimale Schulverpflegung.“ Beinahe alle Kinder, die nachmittags in der Schule sind, hätten auch das Essen bestellt. Dass es weniger Fleisch und dafür mehr Gemüse gibt, sei bei den Kindern kein großes Problem.

Direktor der Volksschule Andreas Sutterlüty. <span class="copyright">Hartinger</span>
Direktor der Volksschule Andreas Sutterlüty. Hartinger

Verbesserungen

Trotzdem gebe es natürlich auch Herausforderungen, wie etwa bei der Preisgestaltung. „Die fünf Euro, die wir pro Mahlzeit verlangen, sind bei Weitem nicht kostendeckend“, so Flatz. Man arbeite aber daran, dass das Land hier Fördergelder zur Verfügung stelle. Bis zum jetzigen Zeitpunkt decken die Gemeinden Doren, Langen bei Bregenz und Sulzberg die Kosten ab, da die Mittelschüler aus den genannten Dörfern stammen. Zudem sei wichtig, die Abwicklung der Essenbestellungen zu verbessern. Aktuell müssen die Mittelschüler wöchentlich für die darauffolgende Woche bestellen. Ab dem nächsten Schuljahr sollen sich die Schüler für fixe Tage das ganze Semester über anmelden, so Österle. In der Volksschule und dem Kindergarten werde dies bereits so gehandhabt.

Lisa Marie Waldner hilft beim Essen zerkleinern. <span class="copyright">Hartinger</span>
Lisa Marie Waldner hilft beim Essen zerkleinern. Hartinger
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