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Nach Bankraub wieder Haft: Kokain verkauft

21.05.2022 • 18:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der vorbestrafte Bregenzer hat Kokain verkauft.    <span class="copyright">Symbolbild apa/Fohringer</span>
Der vorbestrafte Bregenzer hat Kokain verkauft. Symbolbild apa/Fohringer

Insgesamt dreieinhalb Jahre Haft für früheren Bankräuber nach Verkauf von 500 Gramm Kokain.

Der damals in der Schweiz lebende 21-Jährige hat im August 2019 in Lustenau bei einem bewaffneten Banküberfall 20.900 Euro erbeutet. Wegen schweren Raubes wurde der unbescholtene und geständige Angeklagte im Jänner 2020 am Landesgericht Feldkirch rechtskräftig zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Davon hat er zwei Jahre verbüßt. Ein Jahr Haft wurde bei der vorzeitigen Haftentlassung auf Bewährung bedingt nachgesehen.

Danach hat sich der Bregenzer wieder strafbar gemacht. Nach eigenen Angaben vor der Polizei hat er 500 Gramm Kokain verkauft, um 27.500 Euro. Zudem hat der Beschuldigte verbotene Waffen besessen. Wegen Suchtgifthandels und nach dem Waffengesetz wurde der mit einer Vorstrafe belastete Angeklagte in dieser Woche am Landesgericht zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Hinzu kommt das offene Haftjahr aus dem Bankraub. Damit beträgt die Gesamtstrafe dreieinhalb Jahre Gefängnis. Als sogenannten Verfall hat der 24-jährige Dealer dem Staat den beim Drogenhandel erzielten Umsatz von 27.500 Euro zukommen zu lassen.

Strafberufung

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der von Alexander Fetz verteidigte Angeklagte nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Staatsanwalt Markus Fußenegger meldete Strafberufung an. Der Strafrahmen belief sich auf ein bis zehn Jahre Haft. Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Christoph Stadler ging beim verkauften Kokain von einem Reinheitsgehalt von 66 Prozent aus.

In der Anklageschrift wurde dem Angeklagten sogar vorgeworfen, er habe 1070 Gramm Kokain aus der Schweiz geschmuggelt und dann in Vorarlberg um 58.850 Euro verkauft. Dafür hätte die Strafdrohung 1 bis 15 Jahre Gefängnis betragen. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch legte dem Österreicher mit familiären Wurzeln in Ex-Jugoslawien zur Last, er habe das Kokain als Bankraubhäftling mit Fußfessel geschmuggelt. Es habe sich, so die Anklagebehörde, um eine alte Fußfessel ohne GPS-Überwachung gehandelt. Nach Ansicht der Richter war die Fußfessel aber sehr wohl mit GPS ausgestattet. Demnach verließ der Häftling den elektronisch überwachten Hausarrest nicht unerlaubt. Daher nahm das Gericht an, dass der Angeklagte kein Kokain geschmuggelt hat.

Kokain habe er verkauft, um seine Schulden bei seiner Mutter aus dem Bankraub bezahlen zu können, gab der Angeklagte vor Gericht zu Protokoll.