Allgemein

Firma investiert in Erhalt der Lieferfähigkeit

23.05.2022 • 21:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schaltschränke von Protec. Im Sommer wird ein neuer Firmenstammsitz in Feldkirch in Betrieb genommen. <span class="copyright">Protec/gmeiner</span>
Schaltschränke von Protec. Im Sommer wird ein neuer Firmenstammsitz in Feldkirch in Betrieb genommen. Protec/gmeiner

Protec in Feldkirch hat Lagerbestand gegenüber 2020 verdoppelt, um permanent lieferfähig zu bleiben.

Lieferfähig zu bleiben, ist für viele Unternehmen derzeit eine der größten Herausforderungen, nachdem die internationalen Lieferketten seit zwei Jahren durch Pandemiebekämpfung und Lockdowns sowie jetzt durch den Krieg in der Ukraine ordentlich durcheinandergewirbelt werden und die Preise teils explodieren.

Davon kann auch das Feldkircher Unternehmen Protec Steuerungen + Prozesstechnik GmbH ein Lied singen. Denn um die eigene Lieferfähigkeit gegenüber den Kunden zu gewährleisten, hat das Unternehmen seinen permanenten Lagerbestand gegenüber Vor-Corona-Zeiten verdoppelt. Das erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Peter Gmeiner im Gespräch mit der Wirtschaftspresseagentur.

Ein Jahr Lieferzeit würden unsere Kunden nicht akzeptieren. Deshalb müssen wir durchgehend lieferfähig bleiben.

Peter Gmeiner, Protec

„Wir kaufen sehr viel Material als Puffer ein, denn bei bestimmten Vorprodukten haben wir jetzt Lieferzeiten von bis zu einem Jahr mitgeteilt bekommen. Das würden unsere Kunden nicht akzeptieren, weshalb wir unter allen Umständen durchgehend lieferfähig bleiben müssen“, so Gmeiner.
Früher sei auf Kommission bestellt worden mit einer Lieferzeit von wenigen Tagen. Seit dem Spätsommer 2021 habe sich die Situation jedoch zusehends verschärft. Mitunter könne man Bauteile wie etwa CPU-Einheiten für den Steuerungsbau auch bei anderen, neuen Lieferanten beziehen, allerdings gebe es auch dort monatelange Wartezeiten.

Vier Preiserhöhungen pro Jahr

Und bei allen Lieferanten müsse man mit teils massiv gestiegenen Preisen kalkulieren, mitunter gebe es vier Mal pro Jahr Preiserhöhungen. „Das größere Lagervolumen erhöht unseren Vorfinanzierungsbedarf deutlich, da wir zudem gezwungen sind, ausgerechnet in einer Hochpreisphase auf Vorrat zu kaufen.“ Diese Preiserhöhungen könne man nicht zur Gänze selbst stemmen, sie müssen teils auch an die Kunden weitergegeben werden.

Peter Gmeiner, geschäftsführender Gesellschafter von Protec. <span class="copyright">Protec </span>
Peter Gmeiner, geschäftsführender Gesellschafter von Protec. Protec

Im Geschäftsjahr 2021 kam Protec auf einen Umsatz von 4,3 Millionen Euro, ein Plus von beinahe 20 Prozent gegenüber 2020. Gmeiner begründet die Entwicklung mit einer höheren Nachfrage auf Kundenseite. Es handle sich vornehmlich um organisches Wachstum, da Preiserhöhungen im Vorjahr nicht diese dominante Rolle spielten. Für heuer sei ein Geschäftsvolumen von 4,8 Millionen Euro angepeilt, wobei Gmeiner hier nur noch mit einem geringen organischen Wachstum rechnet. Ein Treiber für das Umsatzplus dürften 2022 vielmehr die notwendigen Preiserhöhungen sein.
Protec beschäftigt 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bedient insbesondere Kunden aus Vorarlbergs Industrie quer durch alle Branchen. Der Exportanteil für Lieferungen nach Deutschland und Liechtenstein liegt bei etwa zehn Prozent. Das Unternehmen ist auf den Schaltschrankbau sowie die Automatisierungs- und Steuerungstechnik spezialisiert.

Geschäftsleitung erweitert

Im Sommer 2022 soll der rund vier Millionen Euro teure neue Firmenstammsitz in Feldkirch in Betrieb genommen werden. Im Dezember 2021 wurde Prokurist Manfred Huber zum gewerberechtlichen Geschäftsführer bestellt. Er arbeitet seit 2017 bei Protec und teilt sich die Geschäftsleitung mit dem handelsrechtlichen Geschäftsführer Peter Gmeiner.

Günther Bitschnau / wpa

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.