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S 18: Hoffen auf Alternativlösung

23.05.2022 • 18:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eugen Schneider ist Obmann der Initiative "Lebensraum Zukunft Lustenau - Unteres Rheintal". <span class="copyright">vol.at</span>
Eugen Schneider ist Obmann der Initiative "Lebensraum Zukunft Lustenau - Unteres Rheintal". vol.at

Eugen Schneider hofft, dass bei der Evaluierung Alternativen berücksichtigt werden.

Durchaus positiv sieht der Lustenauer Eugen Schneider die Entwicklungen, seit vor etwa eineinhalb Jahren von der Asfinag die Trassenentscheidung für die Bodensee-Schnellstraße S 18 gefallen ist. Mit der von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) in Auftrag gegebenen Evaluierung würden endlich alle Möglichkeiten, die eine Verkehrsentlastung in der Marktgemeinde bringen könnten, unter die Lupe genommen, ist der Obmann der Bürgerinitiative „Lebensraum Zukunft Lustenau – Unteres Rheintal“ überzeugt.

Vor einem Jahr hat sich die Gruppierung der Öffentlichkeit vorgestellt. <span class="copyright">vol.at</span>
Vor einem Jahr hat sich die Gruppierung der Öffentlichkeit vorgestellt. vol.at

Die Gruppe spricht sich gegen die Errichtung der S 18 aus. Die Befürchtung ist, dass diese sich negativ auf die Lebensqualität in der Gemeinde auswirken wird. Durch die Trassenführung werde beispielsweise der Siedlungsraum vom Naherholungsgebiet Ried abgetrennt. Zudem stelle die Straße eine grobe Störung des Ökosystems dar. Nicht zuletzt ist die Befürchtung, dass die Möglichkeiten zur Siedlungsentwicklung durch die Schnellstraße deutlich eingeschränkt werden könnten.

Entlastung notwendig

Fest steht für Schneider jedoch auch, dass es in Lustenau eine Entlastung für die verkehrsgeplagte Bevölkerung geben muss – sowohl kurz- als auch langfristig. Mit der langfristigen Lösung und auch möglichen Alternativen zur S 18 befasst sich derzeit die vom Ministerium eingesetzte Steuerungsgruppe.

Kurzfristig könnte aus Sicht von Schneider und seinen Mitstreitern eine bessere Auffächerung des Lkw-Verkehrs in die Schweiz bringen. „Es kann nicht sein, dass bis zu 1300 Lkw täglich durch Lustenau fahren und an anderen Grenzübergängen deutlich weniger“, erklärt der Aktivist. Daher habe die Initiative sich auch in einem Schreiben an alle Fraktionen in der Gemeindevertretung gewandt. Diese sollen sich um eine gerechtere Verteilung des Transitverkehrs bemühen. Der Obmann der Bürgerinitiative verweist dabei auf das Jahr 2016. Aufgrund von Bauarbeiten war damals die Rheinbrücke zwischen Lustenau und Au sieben Wochen lang nicht befahrbar und damit auch der Zoll geschlossen. Damals sei ein Verkehrskollaps befürchtet worden. Durch gute Organisation sei es jedoch gelungen, den Verkehr zu verteilen. Dies müsse nun auch möglich sein, um das Lkw-Aufkommen in Lustenau zumindest zu verringern und so für Entlastung zu sorgen.

Bevölkerung hat Gesprächsbedarf

Man stehe auch in durchaus gutem Kontakt mit der vom Ministerium eingesetzten Steuerungsgruppe sowie der Asfinag, berichtet der Aktivist. Allerdings sei die von der Autobahnbetreibergesellschaft für dieses Jahr angekündigte „Charmeoffensive“ in Verzug. Bei einer Veranstaltung soll in Kojen über das Projekt informiert werden. Hier würde sich Schneider eine „größere Veranstaltung“ wünschen, bei der auch Diskussionen möglich sind. Denn gerade erst vergangenen Freitag hatte die Bürgerinitiative zu einer Informationsveranstaltung in der Gemeinde geladen. Dabei habe sich gezeigt, dass viele Bürgerinnen und Bürger das Bedürfnis hätten, über ihre Anliegen zu sprechen.

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