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Millioneninvestition der Kelag

25.05.2022 • 18:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Projektpartner zusammen mit dem Lustenauer Bürgermeister (3.v.r.) .<span class="copyright">MIRO KUZMANOVIC</span>
Die Projektpartner zusammen mit dem Lustenauer Bürgermeister (3.v.r.) .MIRO KUZMANOVIC

Lustenau: Die Firma Kelag Wärme und Energie nimmt im Herbst 2024 ein neues Biomasse-Heizwerk in Betrieb.

In der Marktgemeinde Lustenau soll ab Herbst 2024 ein neues Biomasse-Fernwärmenetz in Verbindung mit einem neu errichteten Biomasse-Heizwerk in Betrieb gehen und regional Wärme für Heizung und Warmwasser liefern.
Hinter dem Projekt steht die Firma Kelag Wärme & Energie, ein Tochterunternehmen des Kärntner Landesenergieversorgers Kelag. Die Kelag hat für diesen Zweck eine exklusive Zusammenarbeit mit dem Lustenauer Unternehmen Rauch LFL GmbH von Kurt Rauch vereinbart, der die dafür notwendige Biomasse bereitstellen wird. Am Mittwoch informierten die Projektbetreiber zusammen mit Bürgermeister Kurt Fischer über das Vorhaben.

Zweites Biomasse-Heizwerk

Die Kelag hat wie berichtet bereits das Biomasse-Heizwerk in Lauterach mehrheitlich übernommen und tritt dort seither als Betreiberin auf. Lustenau ist also das zweite Werk in Vorarlberg, dieses Mal allerdings selbst geplant und errichtet. Die Vorbereitungen laufen seit rund drei Jahren.

Im Bereich Betriebsgebiet Heitere

Entstehen soll das neue Biomasse-Heizwerk in unmittelbarer Nachbarschaft des Betriebes von Kurt Rauch (Glaserweg) an der östlichen Ortseinfahrt von Lustenau im Bereich des Betriebsgebietes Heitere, das südlich des Millennium Parks liegt. Für die Errichtung des Heizwerkes mit einer Leistungsbereitstellung von bis zu 20 Millionen Kilowattstunden und einem dafür notwendigen Volumen von 30.000 Schüttraummeter Bio­masse hat die Kelag von Kurt Rauch ein 3500 Quadratmeter großes Grundstück im Baurecht übernommen, das 99 Jahre läuft.
Dort wird ab dem Frühjahr 2024 über ein Superädifikat das Biomasse-Heizwerk gebaut. Gleichzeitig beginnt die Verlegung der mittelfristig bis zu zwölf Kilometer langen Wärmeleitungstrasse inklusive Glasfaserleitungen im Ortsgebiet. Das Investitionsvolumen für das Heizwerk und das Leitungsnetz in erster Ausbaustufe beziffern Kelag-Vorstandssprecher Manfred Freitag und Kelag Energie & Wärme-Geschäftsführer Adolf Melcher mit voraussichtlich 15 Millionen Euro. Allerdings seien auch bis zu 20 Millionen Euro vorstellbar. Das Leitungsnetz im Boden sowie das Biomasse-Heizwerk gehören folglich der Kelag-Tochter.

„Es werden sämtliche öffentliche Gebäude an das neue Fernwärmenetz angeschlossen.“

Kurt Fischer, Bürgermeister Lustenau

Einzigartige Lösung

Die regional organisierte Biomasse wird durch das Unternehmen von Kurt Rauch zur Verfügung gestellt. Nach seiner Darstellung werde es im neuen Heizwerk möglich sein, auch Wurzelstöcke, Schwemmholz, Astmaterial und bestimmte Überbleibsel der Kompostierung zu verfeuern, eine in Vorarlberg bislang einzigartige Lösung. Anfänglich soll der Anteil dieser Biomasse-Quelle bei rund 40 Prozent der zum Betrieb notwendigen Biomasse liegen. Man müsse also nicht ausschließlich auf klassisches Hackgut zurückgreifen, heißt es. Rauch selbst wird die für die Lagerung der Biomasse notwendigen Flächen auf etwa 9000 Quadratmeter vergrößern. Gleichzeitig investiert das Lustenauer Unternehmen rund zwei Millionen Euro in eine neue Halle sowie in eine stationäre Schredder-Anlage zur Aufbereitung der Biomasse vor Ort.

Öffentliche Gebäude anschließen

Bürgermeister Kurt Fischer kündigte an, dass die Marktgemeinde Lustenau sämtliche öffentliche Gebäude samt dem neuen Campus Rotkreuz in Lustenau an das neue Fernwärmenetz anschließen werde. Gleichzeitig bietet die Kelag schrittweise auch den Anrainern entlang der Haupttrassen den Anschluss an das Netz an. Möglich wären schrittweise bis zu 200 Hausanschlüsse. Mit dem Vertrieb werde jedenfalls schon in den kommenden Monaten begonnen. Die bestehende Biomasse-Heizung im Rathaus samt dem Fernwärmenetz im direkten Umfeld werde um 280.000 Euro an die Kelag verkauft.

Günther Bitschnau