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Trump: Mehr Waffen für die Gesetzestreuen

29.05.2022 • 15:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wütende Proteste vor der NRA-Jahrestagung
Wütende Proteste vor der NRA-Jahrestagung AP

Antwort der US-Waffenlobby auf Massaker lautet: mehr Waffen.

Die Nachrichten aus den USA wurden eben noch vom entsetzlichen Blutbad in einer texanischen Grundschule dominiert, da ist es plötzlich wieder Donald Trump, der die Schlagzeilen besetzt. Der US-Ex-Präsident empfahl sich bei der Jahrestagung der mächtigen Waffenlobby NRA (National Rifle Association) in Houston, nur vier Autostunden vom Tatort entfernt, auf seine Weise bei den Republikanern. “Die Existenz des Bösen ist einer der allerbesten Gründe, gesetzestreue Bürger zu bewaffnen”, stellte er fest und präsentierte seinen Lösungsansatz: “Bewaffnete Lehrer und bewaffnete Sicherheitskräfte” könnten schreckliche Taten wie die in Uvalde verhindern. Schulen sollten nur noch jeweils einen einzigen Zugang haben, der mit Sicherheitsdetektoren ausgerüstet und von Securitys bewacht wäre.

Doch gerade das jüngste Schulmassaker, bei dem 19 Kinder, zwei Lehrerinnen und der 18-jährige Täter starben, widerlegt Trumps Argumente. Gerade die Polizei steht nun wegen ihres offensichtlich völlig missglückten Einsatzes in der Kritik. Schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt sollen bis zu 20 Polizisten im Gang vor dem Klassenraum gewesen sein, in dem sich der Amokläufer mit Lehrern und Schülern verschanzt hatte – sie unternahmen 45 Minuten lang nichts.

Steven McCraw, Direktor der Behörde für öffentliche Sicherheit in Texas, räumte ein, dass die Beamten auf Spezialkräfte warteten. Sie seien davon ausgegangen, dass der Schütze nicht mehr schieße. Das, so McCraw, “war die falsche Entscheidung”. Mehrere Kinder riefen in dieser Zeit aus der Klasse bei der Polizei an; die elfjährige Miah, die den Angriff überlebte, schilderte später entsetzliche Details. Der Schütze sei in das Zimmer gekommen und habe zu einer Lehrerin “Gute Nacht” gesagt und die Frau erschossen. Er habe dann auf die andere Lehrerin und die Kinder geschossen. Das Mädchen habe sich schließlich mit dem Blut eines toten Klassenkameraden beschmiert, um sich tot zu stellen, berichtete CNN. Ihr sei nicht bewusst gewesen, dass die Polizei bereits am Gang stand, sagte die Elfjährige.

Angehörige erheben nun Vorwürfe gegen die Polizei. Greg Abbott, republikanischer Gouverneur von Texas, geriet öffentlich schwer unter Druck. Zunächst hatte er mit dem Satz “es hätte noch schlimmer kommen können” für Aufregung gesorgt, nun musste er einräumen, dass ihn seine eigenen Behörden nicht korrekt über die Abläufe informiert hatten: “Was mir gesagt wurde, war ungenau und ich bin absolut wütend darüber.” Doch auch er sieht das Problem nicht in den laxen Waffengesetzen.