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Konkursverfahren über Bäckerei Kloser eröffnet

30.05.2022 • 13:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Kloser's Bäckerei mit 17 Filialen meldet Konkurs an.NEUE

1836 in Bregenz gegründete Bäckerei mit ihren 17 Filialen ist insolvent.

Knalleffekt in der Vorarlberger Lebensmittelbranche: Über die alteingesessene Bäckerei Kloser mit Hauptsitz in Bregenz, die 1836 vom Ururgroßvater des aktuellen Geschäftsführers in der Landeshauptstadt gegründet wurde, wurde am Landesgericht Feldkirch auf eigenen Antrag ein Konkursverfahren eröffnet. Das berichtet gestern der KSV1870 Vorarlberg.

Die Höhe der Verbindlichkeiten der Kloser’s Bäckerei GmbH belaufe sich auf rund 2,1 Millionen Euro. Betroffen seien 89 Dienstnehmer in 17 Filialen und Standorten, nahezu alle im Unterland. Geschäftsführender Gesellschafter ist Thomas Kloser. Die Mehrheit der Firmenanteile wird von der Mus­terknaben Capital GmbH (60,1 Prozent) in Bregenz gehalten. Laut dem Alpenländischen Kreditorenverband beliefert Kloser’s auch zahlreiche Kunden aus Gastronomie und Hotellerie mit Schwerpunkt im Unterland. Die Löhne seien bis einschließlich April 2022 bezahlt worden, hieß es.

Die Schuldnerin begründet den Konkursantrag mit zugesagten, aber bis dato ausgebliebenen Covid-Finanzhilfen wie dem Lockdown-Umsatzersatz sowie dem Verlustersatz. Da die vorhandene Liquidität nunmehr aufgebraucht sei, habe man den Antrag auf Konkurseröffnung stellen müssen.

Ob und in welcher Form das Unternehmen fortgeführt werden könne, werde nun in Zusammenarbeit mit Masseverwalter und Rechtsanwalt Christian Steurer aus Bregenz ermittelt. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung findet am 4. August 2022 statt. Die Anmeldefrist endet am 21. Juli.

Man wolle weitermachen

Geschäftsführer Thomas Kloser erklärte auf Anfrage, dass man auf jeden Fall weitermachen wolle. Die Frage sei zu klären, was in welchem Umfang Sinn mache. Aufgrund der Geschäftsentwicklung per se hätte man kein Insolvenzverfahren beantragen müssen. Das Problem seien die ausgebliebenen Covid-Hilfen. Erschwerend sei hinzugekommen, dass die Bäckerei Kloser für ihren Betrieb vier Gewerbe angemeldet habe, nämlich Bäckerei, Gastronomie, Handel und Tabaktrafik. Allerdings konnte man die Unterstützungsansuchen nur für ein Gewerbe stellen, so Kloser.

Man beklage schon länger, dass die Abwicklung der Anträge auf Covid-Hilfen zu lange dauere, so Armin Immler, Spartengeschäftsführer Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, zur APA. „Grundproblem ist, dass man den Unternehmern Misstrauen entgegenbringt, statt die Angaben zunächst einmal zu glauben“, sagte er. Die sehr genaue Prüfung in der Abwicklungsstelle führte zu einer langen Warteschleife und so zu einer Verschärfung der finanziellen Situation. Ein weiteres Problem sei, dass es keine konkreten Ansprechpartner für die einzelnen Fälle gebe, nur eine allgemeine Hotline.

Günther Bitschnau/wpa, apa