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Haft: Sexualstraftat nach Einschüchterung

30.05.2022 • 16:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Symbolbild <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Symbolbild Klaus Hartinger

Verletzung der Selbstbestimmung durch vorbestraften Angeklagten.

Der Schuldspruch erfolgte vor allem wegen Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung. Der Straftatbestand wurde 2016 ins Strafgesetzbuch aufgenommen. Nach Paragraf 205a wird mit zu zwei Jahren Gefängnis bestraft, wer mit einer Person gegen deren Willen, unter Ausnützung einer Zwangslage oder nach vorangegangener Einschüchterung den Beischlaf oder eine beischlafähnliche Handlung vornimmt. Damit will der Gesetzgeber Taten unter Strafe stellen, die mangels unmittelbarer Gewalt weder als Vergewaltigung noch als geschlechtliche Nötigung geahndet werden können.

Teilbedingte Haftstrafe

Der Angeklagte hat nach den gerichtlichen Feststellungen seine damalige Freundin im Badezimmer zum Oralsex aufgefordert. Demnach kam die weinende Frau seiner Aufforderung nur deshalb nach, weil sie eingeschüchtert war. Denn er war nach Ansicht des Richters zuvor gegen sie handgreiflich geworden.

Der mit drei Vorstrafen belastete Angeklagte wurde am Landesgericht Feldkirch zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil fünf Monate. Zehn Monate wurden für eine Probezeit von drei Jahren bedingt auf Bewährung ausgesprochen. Der 34-Jährige hat Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen und sich einem Antigewalttraining zu unterziehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte und der Staatsanwalt nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Freiheitsentziehung, Nötigung und Körperverletzung

Schuldig gesprochen wurde der junge Mann aus dem Bezirk Bludenz auch wegen Freiheitsentziehung, Nötigung und Körperverletzung. Er hat laut Urteil seine damalige Freundin mehrmals in seiner Wohnung eingesperrt, bedroht und bei drei Vorfällen leicht verletzt.

Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig. Richter Martin Mitteregger hielt aber die belastenden Angaben der Ex-Freundin des 34-Jährigen für glaubwürdig.

Der Strafrichter verwies auf die drei Vorstrafen des Angeklagten wegen ähnlicher Vorfälle. So sei er am Landesgericht einmal wegen Freiheitsentziehung verurteilt worden. Denn er habe eine andere Freundin eine Stunde lang eingesperrt. Auch wegen Körperverletzung gegen eine Frau sei er vorbestraft. Wiederum eine andere Freundin habe er geschlagen und verletzt. Mitteregger sagte, der Angeklagte habe offenbar ein Problem mit seinem Frauenbild. Und er merkte an, das Vergehen der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung sei das einzige Sexualdelikt, bei dem eine Fußfessel möglich sei.

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