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Streit um Geh- und Fahrrecht

30.05.2022 • 18:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Symbolbild <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Symbolbild Klaus Hartinger

Schwester klagt Bruder und fordert Benutzungsrecht für Weg.

Gerichtsprozesse könnten familiäre Streitigkeiten derart verschärfen, dass daraus Familienkonflikte entstehen, die Generationen überdauern. Auch mit diesem Argument versuchte Zivilrichterin Yvonne Summer im Gerichtssaal in der vorbereitenden Tagsatzung vergeblich, die Geschwister von der Sinnhaftigkeit einer gütlichen Einigung zur Vermeidung eines belastenden Zivilprozesses ohne Urteil zu überzeugen.

Verbotstafel angebracht

Die klagende Schwester fordert in dem anhängigen Rechtsstreit am Landesgericht Feldkirch die gerichtliche Feststellung, dass ihr ein Geh- und Fahrrecht auf dem kleinen Weg über das Grundstück ihres beklagten Bruders im Bezirk Bludenz aus dem Rechtsgrund der Ersitzung zusteht. Denn der Weg sei, so die Klage, seit 1907 ohne Einschränkungen durch den Grundeigentümer benutzt worden. Erst in den letzten Jahren seien Verbotstafeln aufgestellt worden. Inzwischen habe der beklagte Bruder ein Zusatzschild angebracht, mit dem Gästen des benachbarten Gästehauses der Klägerin der Durchgang und die Durchfahrt über den kleinen Weg ausdrücklich verboten worden sei.

Die Klägerin will mit ihrer Klage vor allem erreichen, dass ihre Urlaubsgäste aus ihrem Gästehaus über den Weg  auf dem Grundstück ihres Bruders Zugang zur Langlaufloipe und zum Radweg haben. Zudem will sie einige Male im Jahr für Holztransporte ungehindert zum Schopf zufahren können.

Weil er von seiner Schwester geklagt worden ist, hat der Beklagte sein früheres Angebot eines Bittleihvertrags zurückgezogen. Er will ihr und ihren Gästen also kein unentgeltliches Geh- und Fahrrecht auf jederzeitigen Widerruf mehr einräumen.

In der nächsten Verhandlung soll der Vater der Streitparteien als Zeuge aussagen. Er hat angeblich vor der Aufteilung der Grundstücke an seine Kinder auf alle Rechte verzichtet. Im Zusammenhang damit ist zu klären, ob tatsächliche eine Ersitzung stattgefunden hat.

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