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Diebstähle im Spital: 22 Monate Gefängnis

31.05.2022 • 19:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Landeskrankenhaus Bregenz brach der Angeklagte den Opferstock in der Spitalskapelle auf. <span class="copyright">Hartinger</span>
Im Landeskrankenhaus Bregenz brach der Angeklagte den Opferstock in der Spitalskapelle auf. Hartinger

Besucher stahl in Krankenhaus und gab Waschpulver als Kokain aus.

Im Schwurgerichtssaal des Landesgerichts Feldkirch wurde am Dienstag mit Karl Markovics ein ORF-“Landkrimi“ gedreht. Zeitgleich wurde im Gerichtssaal 123 über einen tatsächlichen Kriminalfall verhandelt. Dabei wurde der mit 14 Vorstrafen belastete Angeklagte wegen mehrerer Delikte zu 22 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Urteil, mit dem der von Andreas Mandl verteidigte Angeklagte einverstanden war, ist nicht rechtskräftig; denn der Staatsanwalt nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Haft gewesen.

Opferstock aufgebrochen

Der dazu geständige 32-Jährige hat im Landeskrankenhaus Bregenz nicht nur seine Tante besucht, sondern den Opferstock in der Spitalskapelle aufgebrochen, drei Handys von Krankenhausmitarbeitern und Medikamente gestohlen. Zugegeben hat der Arbeitslose auch den Diebstahl einer Geldtasche von der Motorhaube einer Autofahrerin bei einer Tankstelle.

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der Angeklagte zudem einem 32-jährigen Frühpensionisten bei einer Bregenzer Bushaltestelle statt ein Gramm Kokain um 100 Euro nur Waschpulver verkauft. Demnach hat er daraufhin mit einer Gaspistole auf das Betrugsopfer gezielt und in die Luft geschossen.

Des Weiteren hat der Bregenzer nach Ansicht von Richterin Sabrina Tagwercher unmittelbar vor seiner Festnahme seine 26-jährige Ex-Lebensgefährtin in deren Bregenzer Wohnung festgehalten, damit sie der Polizei die Tür nicht öffnet.

Als Sachbeschädigung gewertet

Der Schuldspruch erfolgt wegen schweren Diebstahls teils durch Einbruch, Betrugs, gefährlicher Drohung, verbotenen Waffenbesitzes, Entfremdung unbarer Zahlungsmittel, dauernder Sachentziehung, Urkundenunterdrückung, Sachbeschädigung und Nötigung. Noch nicht geurteilt wurde am Dienstag über diese Anklagepunkte: Unfall mit einem unbefugt in Betrieb genommenen Auto, Veruntreuung eines E-Scooters, Entwendung einer Kreditkarte. Freigesprochen wurde der Angeklagte von den Vorwürfen, einer 80-jährigen Pensionistin mit deren Bankomatkarte mehrere Tausend Euro gestohlen und einen Einbruch in ihr Wohnhaus versucht zu haben. Das kaputte Türschloss wurde nur als Sachbeschädigung gewertet.

In wenigen Wochen wird der Untersuchungshäftling wohl das Gefängnis vorzeitig verlassen dürfen. Denn der Drogensüchtige, dessen Taten als Beschaffungskriminalität gewertet wurden, kommt voraussichtlich in den Genuss von Therapie statt Strafe. 

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