Allgemein

Henn verbreitert das Portfolio

31.05.2022 • 20:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Henn-CEO Martin Ohneberg hofft, dass durch die Übernahme auch neue Kundengruppen gewonnen werden können.<span class="copyright"> Klaus Hartinger</span>
Henn-CEO Martin Ohneberg hofft, dass durch die Übernahme auch neue Kundengruppen gewonnen werden können. Klaus Hartinger

Deutscher 3D-Druck-Spezialist VMR wird Tochterunternehmen der Henn Connector Group.

Die Henn Connector Group setzt ihre auch durch Übernahmen vorangetriebene Wachstumsstrategie weiter fort. Wie CEO Martin Ohneberg im wpa-Gespräch erklärte, übernehme Henn per 1. Juni 2022 das deutsche Unternehmen VMR GmbH & Co KG mit Hauptsitz in Mönchweiler im deutschen Bundesland Baden-Württemberg. VMR werde dadurch ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Henn Connector Group. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
VMR ist insbesondere im Bereich 3D-Druckverfahren für komplexe Prototypen aus Kunststoff und Metall (Edelstahl, Aluminium, Titan) tätig. Dazu kommt die Fertigung von Werkzeugen. Das 1992 von Thomas Viebrans gegründete Unternehmen beschäftigt 78 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund zehn Millionen Euro. Die Belegschaft soll sofern gewünscht zur Gänze übernommen werden, so Ohneberg. Der Firmenname bleibe bis auf Weiteres bestehen, bekomme aber einen Zusatz, der auf die Henn Connector Group verweist.

VMR-Gründer Thomas Viebrans bleibe dem Unternehmen als Geschäftsführer erhalten und kümmere sich insbesondere um den Vertrieb. An seine Seite komme ab 1. August 2022 Lukas Bitschnau als Prokurist für die Bereiche Finanzen, Personal und IT.

Gesamtes Spektrum

Nach Angaben von Ohneberg erlaube die Übernahme von VMR der Henn Connector Group das Erreichen von zwei strategischen Zielen. Erstens könne man die angebotenen Fertigungstechnologien durch den 3D-Druck abrunden. So biete man jetzt das gesamte Spektrum von Prototyp, Vorserie, Serie und Nachserie aus einer Hand an. Und zweitens erreiche man dadurch neue Kundengruppen.
Der Henn-CEO beschreibt die Übernahme zudem als klassische Nachfolgeregelung, nachdem aus der Familie von Thomas Viebrans keine interessierten Nachfolger kommen würden. Auf der anderen Seite sei VMR bei Henn wie andere Unternehmen auch auf einer „Target List“ gestanden, die Firmen beinhaltet, die für eine mögliche Übernahme oder Kooperation aufgrund von Portfolio-Erweiterung oder Synergien in Frage kämen. Die Kontaktaufnahme durch Henn sei demzufolge genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, sagt Ohneberg.

125 Millionen Euro Umsatz

Mit der Übernahme von VMR wächst die Henn Connector Group jetzt auf weit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Standorte befinden sich mittlerweile in Österreich, Deutschland, den USA und in China. Der Fokus der hergestellten Produkte liegt in den Bereichen Mobilität (Automotive), Automation und Anlagen, Lasertechnologie, Pharma und Medizintechnik sowie „Food & Beverage“ als auch Thermomanagement. Im Vorjahr wurde ein Umsatz von rund 125 Millionen Euro erzielt.
Im Juni 2022 wird Henn zudem ein neues Vertriebsbüro in Indien eröffnen. Wie Ohneberg sagte, werde sich der dortige Mitarbeiter anfangs speziell um Kunden aus dem Automotive-Bereich kümmern.

Günther Bitschnau/wpa

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.